Politik mischt bei Lagardère mit
Kühn, charmant und knallhart

Die Medien sind seine Welt. So gestaltet Arnaud Lagardère die Bilanz-Pressekonferenz des gleichnamigen Konzerns wie eine Fernseh-Talkshow: Die Vorstandsmitglieder hocken auf niedrigen Sesseln im Halbrund.

HB PARIS. Lagardère selbst lehnt locker an einem Stehtisch in Form eines weißen „L“ und moderiert die Veranstaltung im Plauderton. „Kommen die Fragen denn heute nur von Frauen?“ scherzt der gut aussehende Konzernchef mit den Journalisten.

Seinen Charme und Witz wird Arnaud Lagardère noch gut gebrauchen können. Denn der 43-jährige Firmenpatron, der nach dem plötzlichen Tod seines Vaters Jean-Luc vor gut einem Jahr die Führung des französischen Mischkonzerns übernahm, hat sich viel vorgenommen. „Lagardère soll einmal zu den drei größten Medienunternehmen der Welt gehören“, lautet sein Ziel.

Das wird nicht einfach, zumal er auch Rücksicht auf die hohe Politik nehmen muss. Denn die Kommanditgesellschaft auf Aktien Lagardère SCA ist nicht nur der weltweit größte Herausgeber von Print-Magazinen („Elle“, „Marie Claire“, „Paris Match“) und Inhaber zahlreicher Radiosender. Der Gruppe gehören auch 15 Prozent am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Diese Beteiligung will Lagardère veräußern, um sich im Mediengeschäft zum Beispiel durch den Kauf eines Fernsehsenders zu verstärken.

Kühne Pläne, die sich Frankreichs Finanzminister Francis Mer vom Firmenerbe persönlich erklären ließ. Arnaud musste ihn beruhigen: Erst wenn der neue Super-Airbus A380 wirklich ein kommerzieller Erfolg geworden ist, will er seinen EADS-Anteil verkaufen – also nicht vor 2007.

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