Politik-Werbung
Frau Merkels Sinn für gute Kreation

Die Werbeagentur Kolle Rebbe wird künftig die Werbung für die Bundes-CDU gestalten. Damit unternimmt die Regierungspartei den erneuten Anlauf, ihre Politikwerbung aufzufrischen. Doch der Branchenneuling wird – neben vielen Neuerungen – auf die Akzentfarbe der CDU zurückgreifen – denn Orange verkörpert Geselligkeit, Energie und Wandel.

HAMBURG. Der Konferenztisch passt zum neuen Kunden: Orange ist seine Farbe, er ist groß und mit gediegenen Holzstühlen bestückt. Ein wenig wirkt der Konferenzraum der Werbeagentur Kolle Rebbe in der Hamburger Speicherstadt wie eine urige Wohnküche.

Doch mit der Gemütlichkeit ist es bald vorbei, denn die inhabergeführte Werbeagentur hat einen großen Fisch an Land gezogen: die Bundes-CDU. Die Werber werden deren Wahlkampf für die Bundestagswahl und die Europawahl 2009 gestalten. In Orange, so gibt es zumindest die Hausfarbe der Regierungspartei vor.

Die Farbe Orange drückt Farbberatern zufolge das Gesellige, die Energie und den Wandel aus. An dieser Farbe, versichert Agenturgründer Stephan Rebbe, wolle man auf jeden Fall festhalten. Erst vor drei Jahren hatte sich die CDU für Orange als neue Akzentfarbe entschieden.

Die Farbe bleibt – aber ansonsten soll vieles anders werden. Das signalisiert zumindest der jüngste Agenturwechsel. Fast kann man sagen: Es ist ein erneuter Anlauf der Christdemokraten, frischen Wind in ihre Kommunikation zu bringen. Dabei ist ihre Wahl auf einen unbeleckten Neuling gefallen: Kolle Rebbe hat bislang noch nie Politikwerbung gemacht. In den ersten Wochen nach Bekanntgabe des Etatwechsels hätten sie „teilweise bizarre Bewerbungen“ bekommen, erzählt Rebbe, etwa von überzeugten Konservativen, die sich unbedingt mit einbringen wollten.

Ob die ihnen viel helfen könnten, ist allerdings fraglich. Denn Politikwerbung ist immer weniger ein Geschäft von Überzeugungstätern als vielmehr eines von ausgewiesenen Markenexperten geworden. Parteien nutzen heutzutage die Strategien der klassischen Markenkommunikation, um möglichst viele Wähler anzusprechen. Parteiprogramme mutieren dann schnell zu knackigen Werbesprüchen, Kanzlerkandidaten zu dynamischen Werbeträgern.

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