Porträt Glenn Tilton: United-Airlines-Chef: Der Unverwüstliche

Porträt Glenn Tilton
United-Airlines-Chef: Der Unverwüstliche

Es schien unmöglich – doch Glenn Tilton hat es geschafft: United Airlines, nach Passagierzahlen immerhin die zweitgrößte Fluggesellschaft der Welt, fliegt am Mittwoch aus der Pleite und befreit sich aus den Fängen des Konkursgerichts.

FRANKFURT. „Is that clear?“ Der kräftige Mann mit der großen Brille, der ohne Anzug und Krawatte gut als Naturbursche durchgehen würde, legt seine Stirn in Falten. Streng blickt er über den Konferenztisch, obwohl er doch bester Laune ist.

Aber Glenn F. Tilton will sichergehen, dass bei diesem Auftritt auch der letzte Zuhörer seine Botschaft versteht: United Airlines ist zurück, nach Passagierzahlen immerhin die zweitgrößte Fluggesellschaft der Welt. Ein tief gefallener US-Riese mit 80-jähriger Tradition, auferstanden aus Ruinen, aus der größten Krise geführt von einem Konzernchef, der sein halbes Leben in der Ölindustrie verbrachte, nicht im Fluggeschäft.

Eine Sensation. Tilton kramt das Ergebnis des dritten Quartals hervor und mischt Selbstbewusstsein mit Kasernenhof-Tönen: 165 Millionen Dollar Betriebsgewinn – obwohl die Kerosinkosten seit Monaten auf Rekordniveau verharren. Verglichen mit früher, sind das verdammt gute Zahlen: „Ist das klar?“ fragt der Sohn eines früheren CIA-Agenten.

Natürlich ist das klar. Es ist ja nicht allzu lange her, da verbrannte der United-Mutterkonzern UAL bis zu sechs Millionen Dollar – täglich. Und jetzt: eine schwarze Zahl.

Allein das ist bemerkenswert in einem Land, in dem die Branchenführer einer chronisch kranken Industrie noch viel tiefer fliegen als anderswo: Der United-Rivale Delta meldete im Vorjahr Insolvenz. Northwest? Pleite. US Airways? Nach zwei Konkursanträgen 2002 und 2004 verloren und verkauft: Im Vorjahr schnappte sich eine kleinere Billigfluglinie namens America West die Überreste des Traditionskonzerns.

Auch United fliegt seit mehr als drei Jahren unter dem Gläubigerschutz des US-Konkursrechts. Doch das große Comeback, für das ein Bankenkonsortium drei Milliarden Dollar frisches Kapital bereitstellt, ist vorbereitet: Am Mittwoch befreit sich „Junaded“, wie der Amerikaner sagt, wieder aus den Fängen des Konkursgerichts.

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