Porträt

Jamie Dimon - der gefallene Meisterbanker

Kein Topbanker ist so unbeschadet durch die Turbulenzen der vergangenen Jahre gekommen wie Jamie Dimon. Elegant im Auftritt, aber hart in der Sache attackierte der JP-Morgan-Chef Konkurrenten und auch Politiker.
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So schnell allein: JP-Morgan-Chef Jamie Dimon unter Feuer. Quelle: AFP

So schnell allein: JP-Morgan-Chef Jamie Dimon unter Feuer.

(Foto: AFP)

New YorkJamie Dimon konnte es sich lange Zeit leisten, munter Kritik zu üben. Der 56-Jährige navigierte seine Bank so geschickt wie kein anderer durch die Finanzkrise. Vor vier Jahren nahm er der US-Regierung sogar die Rettung zweier Konkurrenten ab und eilt seither mit seinem Institut von Rekordgewinn zu Rekordgewinn. "Master Banker, Master Schmoozer", also "Meisterbanker, Meisterschmuser", nannte ihn dafür das US-Magazin "Forbes".

Doch mit der Erfolgsgeschichte ist es erst einmal vorbei. Dimon musste im Mai einräumen, dass sich ausgerechnet seine Vorzeigebank mit Derivaten verspekuliert hatte. Zwei Milliarden Dollar verloren Händler der Abteilung Chief Investment Office bei dem Versuch, das Geldhaus gegen die Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise abzusichern.

Um die Verluste zu senken, wurden hastig gewinnträchtigere Positionen aufgelöst, so dass derzeit noch ein Verlust von 800 Millionen Dollar zu Buche steht. Trotzdem brach die Aktie der Bank am Freitag um knapp zehn Prozent ein, Aktionärsvermögen im Wert von 15 Milliarden Dollar wurde vernichtet. Die Ratingagentur Fitch senkte daraufhin die Bonitätsnote.

Dimon reagierte zwar konsequent mit der schnellen Veröffentlichung sämtlicher Fehler, aber dünnhäutiger, als es seine Art ist. "Ein Sturm im Wasserglas", nannte der Chef der US-Bank die Aufregung und hatte dabei wohl die Milliardengewinne der Gesamtfirma im Auge, die die Verluste überschaubar erscheinen lassen.

Die Rechnung ohne den Wirt gemacht
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1 Kommentar zu "Porträt: Jamie Dimon - der gefallene Meisterbanker"

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  • So dürfte die Mär der Banken der Systemrelvanz von
    ''too big to fail''weiterhin an Glaubwürdigkeit ver-
    loren haben, denn ein Bank wie JP Morgan zu ''retten''
    dürfte dann wirklich ''too big to save'' werden,
    womit sich die wieder die gültigen Marktgesetze be-
    stätigen, welche die Banken meinten, aushebeln zu
    können.

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