Porträt
John Chambers: Shopping im großen Stil

John Chambers hält, was er verspricht. Mit Milliardenübernahmen formt er aus dem Netzwerkausrüster Cisco einen führenden Technologiekonzern. Auf den nächsten Boom dürfte das Unternehmen gut vorbereitet sein. Porträt über einen Manager, in dessen Brust das Herz der alten Schule schlägt.
  • 0

MÜNCHEN. John Chambers ist ein Manager vom alten Schlag - einer, der seine Geschäfte gerne per Handschlag besiegelt, der niemals etwas versprechen würde, was er nicht halten kann. "In den nächsten zwölf Monaten werden wir angreifen, wie wir es noch nie getan haben", kündigte der Mann mit dem markanten Seitenscheitel vor zwei Wochen an. Da hatte er gerade für drei Mrd. Euro Tandberg geschluckt, einen norwegischen Anbieter von Videokonferenzsystemen. Lange gefackelt hat der 60-Jährige anschließend nicht: Am Dienstag meldete er den nächsten Großeinkauf, die Übernahme von Starent Networks für knapp drei Mrd. Dollar.

Ein Schreihals wie Oracle-Chef Larry Ellison ist Chambers dennoch nicht, obwohl er den Mund gerne voll nimmt. Während Milliardär Ellison mitunter auch einmal unter der Gürtellinie zuschlägt, versucht Chambers seine Botschaften eher nüchtern rüberzubringen.

In der Sache ist der verheiratete Vater von zwei Kindern hingegen glasklar: Sein Ziel ist es, aus dem Netzausrüster Cisco einen modernen Technologiekonzern zu formen, der auf den unterschiedlichsten Säulen steht. Um das zu erreichen, greift der in Ohio geborene Manager ohne zu zögern tief in die Kasse und übernimmt seit Jahren eine Firma nach der anderen. Jetzt, da die Krise gerade ihren Höhepunkt überschritten hat und sich Akquisitionsmöglichkeiten ergeben, dreht er richtig auf.

Im Frühjahr erst ist Cisco ins Geschäft mit Netzwerkrechnern, sogenannten Servern, eingestiegen. Durch Tandberg baut Chambers nun den Bereich der Videokonferenzen massiv aus, und mit Starent bekommt er Know-how zur Übertragung von Filmen übers mobile Internet. "Bei jedem einzelnen Konjunkturabschwung - 1993, 1997, 2001, 2003 und beim derzeitigen - haben wir noch aggressiver in bestehende und neue Marktchancen investiert", erläuterte Chambers jüngst sein Vorgehen in einem Interview. Die Wettbewerber dagegen würden oft sehr zurückhaltende Strategien verfolgen.

Seite 1:

John Chambers: Shopping im großen Stil

Seite 2:

Kommentare zu " Porträt: John Chambers: Shopping im großen Stil"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%