Porträt Michael Krammer: Ein Ex-Offizier übernimmt bei E-Plus das Kommando

Porträt Michael Krammer
Ein Ex-Offizier übernimmt bei E-Plus das Kommando

Eigentlich war er Berufsoffizier mit einer Zukunft im Wiener Generalstab, doch inzwischen ist er einer der erfolgreichsten Manager im Österreich der Nachkriegszeit: Michael Krammer, der voraussichtlich am 1. März zu E-Plus wechselt, hat es geschafft.

HB WIEN. Der gebürtige Wiener verlässt seinen Job an der Spitze des vergleichweise kleinen, aber nicht weniger erfolgreichen österreichischen Mobilfunk-Betreibers tele.ring, um künftig die europäische Dimension dieses Gewerbes kennen zu lernen.

Krammers großer Erfolg war gleichsam sein Pech. Innerhalb von drei Jahren gelang es dem 45-Jährigen, den kleinen Mobilfunk-Anbieter tele.ring zu einem formidablen Unternehmen auszubauen. „Von Null auf 1,3 Milliarden“ Euro Umsatz, so beschrieb die österreichische Presse die Leistung des Managers, der tele.ring durch eine von seinen Konkurrenten gefürchtete Werbekampagne zum viertgrößten Provider der Alpenrepublik und zu einer der bekanntesten Marken des Landes überhaupt machte.

Doch just als das oft als „Billiganbieter“ deklarierte Unternehmen (Werbung: „Der Speck muss weg“) die magische Grenze von einer Million Kunden überschritt, wurde es von der deutschen T-Mobile im August 2005 für 1,3 Milliarden Euro gekauft. Ursprünglich war auch Krammers neuer Arbeitgeber, die E-Plus-Mutter KPN, am Kauf der tele.ring interessiert gewesen. Dass Krammer tele.ring verlässt, dürfte auch an der neuen Muttergesellschaft liegenn: Der Manager hatte für die Bonner in Österreich die Tochter Maxmobil mit aufgebaut, hatte dieses Unternehmen aber im Jahr 2000 im Unfrieden verlassen und war zu Telering gewechselt.

Krammers Erfolgskonzept: Mit einem auf das absolut notwendige reduzierte Angebot konnte er Gesprächsgebühren senken, Grundgebühren streichen oder auf die Freischaltgebühr verzichten. Dazu können Neukunden bei tele.ring ihre alte Rufnummer kostenlos „mitbringen“. Der künftige E-Plus-Manager hat Grund, auf sein Unternehmen stolz zu sein, das mit 700 Angestellten „klarer Wachstumsführer und - was die Profitabilität betrifft, sogar die Nummer zwei in Österreich“ ist.

Die neue Aufgabe ist für Krammer (Motto: „In der Komfortzone würde ich krank“) eine Herausforderung. Der Vertrag sei inzwischen unterschrieben, und er werde „unmittelbar nach dem Closing“, der Übernahme von tele.ring durch T-Mobile Austria, nach Deutschland wechseln, sagte der Manager am Montag. Vor allem bei den Billigpreis-Marken von E-Plus („Simyo“) wird Krammer die tele.ring-Erfahrungen einbringen.

Bei den Düsseldorfern tritt Krammer die Nachfolge von Uwe Bergheim an, der bei E-Plus zum Jahresende ausgeschieden war. In Branchenkreisen wurde die Entscheidung Bergheims als Reaktion darauf gewertet, dass ihm KPN den Chef der belgischen Mobilfunktochter Base, Stan Miller, als Gesamtverantwortlichen für Deutschland vor die Nase setzte.

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