Porträt
Oliver Porsche: Retter der Familiendynastie

Porsche und Volkswagen stellen heute die Weichen für die gemeinsame Zukunft. Ferdinand Oliver Porsche wird dabei ein gehöriges Wort mitreden: Der Urenkel des Firmengründers zieht in den Aufsichtsrat von Europas größtem Autobauer ein.

STUTTGART. Die Erwartungen an seine Person sind gewaltig: Tief zerstritten sind die Clans der Piëchs und der Porsches nach der nervenaufreibenden, kräftezehrenden und schmutzigen Übernahmeschlacht der vergangenen Monate um Europas größten Autobauer Volkswagen. Nun ruhen viele Hoffnungen auf ihm: Ferdinand Oliver Porsche, Urenkel des Firmengründers und Autopioniers Ferdinand Porsche, soll die vierte Generation der Familiendynastie wieder zusammenführen, wenn die durchweg weit über 60 Jahre alten Führungsfiguren Ferdinand Piëch oder Wolfgang Porsche einmal abdanken.

Dem groß gewachsenen Mann mit der hohen Stirn wird ein guter Draht zu vielen der inzwischen rund 60 Familienmitgliedern nachgesagt. Bei Hauptversammlungen von Porsche saß der 48-Jährige bislang in der zweiten Reihe. Gestik oder Gesichtsausdruck verrieten kaum etwas über seine Gedankengänge. Aber Oliver Porsche ist der Erste aus der vierten Generation der Porsche-Dynastie, der als Mitglied des Aufsichtsrats Funktionen beim Sportwagenbauer ausübt. Und er wird heute in das Kontrollgremium von VW rücken. Ob er aber wirklich die Rolle des Schlichters einnehmen und Führungsqualitäten an den Tag legen kann, muss er erst noch beweisen.

Denn Oliver Porsche ist eher der Sinn für das Schöne als für die Kontroverse in die Wiege gelegt. Der gebürtige Stuttgarter ist der Sohn von Ferdinand Alexander Porsche, dem Designer des legendären Porsche-Modells 911. Als Anfang der 70er-Jahre nach einem großen Streit alle Familienmitglieder aus dem aktuellen Geschäft der Sportwagenschmiede verbannt wurden, gründete sein Vater die Marke „Porsche Design“.

Der erste Entwurf des Vaters ohne vier Räder war eine Uhr mit schwarzem Ziffernblatt. Damals in den 70er-Jahren eine aufsehenerregende stilistische Neuheit. Diese Leidenschaft für Chronometer hat sich auf den Sohn übertragen. Die Familie übernahm die Schweizer Edelmanufaktur Eterna, die seit 1998 auch die Uhren für „Porsche Design“ fertigt. Oliver Porsche sitzt im Verwaltungsrat. Eterna ist bislang keine Erfolgsstory. Aber bei diesem Aufsichtsposten handelt es sich um einen vergleichsweise geruhsamen Job zu dem, was jetzt in Wolfsburg auf ihn wartet.

Seite 1:

Oliver Porsche: Retter der Familiendynastie

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%