Management
Porträt: VW-Personalvorstand Peter Hartz

Harte Zeiten für Peter Hartz: Das umstrittene Reformgesetz der Bundesregierung trägt den Namen des VW-Managers. Sein Name steht damit bereits für die Angst vor der Armut. Nun fordert Hartz auch noch eine Nullrunde bei VW.

HB WOLFSBURG. Peter Hartz ist bekannt geworden als Modernisierer und Moderator im Konflikt zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Der VW-Personalvorstand galt als einer, der neue innovative Wege geht, der auf Partnerschaft setzt statt auf Streit. Das bescheinigt ihm respektvoll sogar die IG Metall. Aber neuerdings sind mit seinem Namen nicht nur die Vier-Tage-Woche und das Konzept von der „atmenden Fabrik“ bei VW verbunden.

Seit Wochen gehen Zehntausende auf die Straßen, um gegen die Zusammenlegung von Sozial- und Arbeitslosenhilfe zu demonstrieren. Der Name Hartz steht dabei groß auf fast allen Protestplakaten. Hartz ist zum Synonym geworden für Angst vor dem Abstieg in die Armut. Ohne eigenes Zutun steht der VW-Personalchef vor den Trümmern seiner Bemühungen.

Am Montag hatte Hartz seinen ersten großen öffentlichen Auftritt seit Beginn der Montagsdemonstrationen. Rein äußerlich ließ er sich nicht anmerken, ob ihn der Proteststurm gegen die in seinem Namen geführten Reform bewegt. Rund 100 Minuten lang gab er bereitwillig Auskunft zu der anstehenden Tarifrunde bei VW. Fragen zur Umsetzung der Reformen gab es in öffentlicher Runde nicht. Und auch später - in kleinerem Kreis - sagte der Manager dazu kein einziges Wort.

Vor Wochen hatte er sich zumindest noch zu dem Satz bewegen lassen: „Nicht alles, wo Hartz draufsteht, ist auch Hartz drin.“ Und tatsächlich beinhalten die ursprünglichen Vorschläge der Kommission unter seinem Vorsitz keineswegs eine Absenkung der Arbeitslosenhilfe auf das Niveau der Sozialhilfe. Volkes Zorn aber unterscheidet dieses nicht.

Zugleich droht Ungemach auch an einer anderen Front. Die so oft gelobte, mit dem Namen Hartz eng verbundene kooperative Zusammenarbeit mit dem Tarifpartner IG Metall im eigenen Unternehmen droht angesichts wirtschaftlicher Zwänge ebenfalls unter die Räder zu geraten. Dieser partnerschaftliche Stil brachte ihm großen Respekt ein. Die Bundesregierung machte ihn deshalb zum Vorsitzenden der Kommission, die Wege aus der Massenarbeitslosigkeit finden sollte.

Jetzt droht die Bundesregierung mit ihrem Umfragetief den Manager mitzureißen. So groß das Lob am Anfang auch war, so groß ist jetzt das Negativ-Image. Hartz steht vor schwierigen Zeiten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%