Postbank
Deutsche Bank bringt Rainer Neske als Chefaufseher in Stellung

Die Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank spiegelt sich im Kontrollgremium des Tochterinstituts wider. Der Deutsche-Bank-Privatkundenvorstand Rainer Neske zieht als dritter Vertreter des Instituts in den Aufsichtsrat ein. Er ersetzt ein prominentes Mitglied.
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FRANKFURT. Wie er da sitzt, würde Rainer Neske auch in einem Vorstandszimmer einer Sparkasse eine passable Figur machen: hohe Stirn, unauffällige Brille, verbindliches Lächeln. Wenn Neske allerdings spricht, wird schnell klar, dass er mit Sparkassen nichts gemein hat: „Wenn ich in andere Länder blicke, stelle ich fest, dass die Kunden dort eine gute Grundversorgung haben, wo es keine von Kommunen oder Kreisen, also letztlich vom Steuerzahler, getragenen Finanzinstitute gibt.“

Diese klare Kampfansage an die Sparkassen, die Neske einst im Gespräch mit dem Handelsblatt machte, hat ihn für den neuen Posten geradezu prädestiniert. Seit heute hat die Deutsche Bank als größter Aktionär auch formal das Sagen bei der Postbank, und die zollte diesem Umstand Tribut und kündigte gestern an, dass Neske künftig anstelle von Post-Chef Frank Appel in den Aufsichtsrat einzieht. Neske wird dort den Vorsitz übernehmen. Und er wird dafür sorgen, dass sich die schärfsten Konkurrenten der Postbank, die Sparkassen, nicht ausruhen können.

Neske ist damit an einen Schalt-hebel der Macht gelangt, an dem er sich eine gefühlte Ewigkeit zuvor nicht einmal in seinen Träumen gesehen hätte. 2003 war der 46-Jährige, den seine Kollegen wegen seiner schnellen Analyse schätzen, zum Leiter des Privatkundengeschäfts aufgerückt. Damals galt auch in Frankfurt noch die alte Zeitrechnung. Sie hieß: Die Investmentbanker machen das Geschäft. Der Rest? Schön, dass er dabei ist.

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