Potentieller Nachfolger muss sich vorerst gedulden
Der ewige Goldbär

Geduld, nur Geduld. Wer ein Gespräch mit Hans Riegel sucht, der braucht Ausdauer. Wochenlanges Warten – Telefonate – Warten – wieder Telefonate mit dem Versprechen, dass es bald etwas wird. Dann die Aussicht auf einen Termin, der wegen vieler Dienstreisen abgesagt wird – und dann, ja, dann hat er wirklich Zeit. „Können Sie morgen kommen?“

BONN. Der Mann, die Firma, Ha-Ri-Bo. Im Foyer der Konzernzentrale mit dem Charme der fünfziger Jahre grüßen Riesen-Goldbären von Leinwänden, Arnold Schwarzenegger dankt in einem Schreiben höchstpersönlich dafür („Dear Dr. Hans Riegel“), dass der das Konterfei des kalifornischen Präsidenten in rotes, grünes und gelbes Fruchtgummi gegossen hat. Und Schlagerstar Heino wünscht auf einer Karte „frohe Ostern“.

Weiter geht es die Treppe hinauf, durchs Vorzimmer, und dann sitzt er da: Mr. Haribo, eingerahmt von Gemälden mit Jagdszenen, einen Haufen Tüten mit bunten Süßigkeiten auf dem Tisch. Der große alte Patriarch der deutschen Süßwarenindustrie ist leger gekleidet: Helles Leinenhemd, darauf eine ärmellose schwarze Lederweste. Ein Tuch, das von einer silbernen Schnalle mit drei Gummibären gehalten wird, ersetzt die Krawatte.

Begeistert hält er ein Zellophantütchen hoch, in dem eine schwarz-grüne Lakritzschnecke zu sehen ist. „Die hat uns eine Kundin geschickt“, erzählt er, und die Augen des etwa 1,80 Meter großen korpulenten Mannes leuchten hinter der tropfenförmigen Brille. „Sie hat eine grüne Fruchtschnecke mit einer Lakritzschnecke kombiniert, eine gute Idee.“ Und wann kommt sie auf den Markt? „Wir müssen erst einmal unsere neuen Fruchtschnecken erfolgreich verkaufen.“ Die farbigen Schnecken aus Fruchtgummi hat der Chef selbst erfunden. „Ich esse am liebsten Lakritz und Fruchtgummi zusammen“, verrät er.

Hans Riegel ist Haribo. Haribo ist Hans Riegel. Der Firmenpatriarch hat bei Deutschlands und Europas größtem Fruchtgummihersteller auch mit seinen 81 Jahren noch alle Fäden in der Hand. Er kontrolliert ein Reich mit etwa 6 000 Mitarbeitern, davon 3 000 in Deutschland, 18 Fabriken in ganz Europa und gut 1 000 Produkten von Klassikern wie den Lakritzschnecken, „Goldbären““ und „Maoam“ bis zu neuen Schleckereien wie „Pico Balla“ und „Quaxi Fröschli“.

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