Präsident des Bundesverbandes mittelständischer Wirtschaft verliert vor Gericht
Mario Ohoven hätte Provisionen angeben müssen

Der Vertriebsprospekt eines geschlossenen Immobilienfonds muss Innenprovisionen korrekt ausweisen. Geschieht dies nicht, haftet der Vertrieb gegenüber dem Anleger.

DÜSSELDORF. Auf diese Kurzformel lässt sich eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 12.4.04 reduzieren (Az.: III ZR 359/02), die sich gegen die Vermittlungsfirma Investor und Treuhand Beratungsgesellschaft mbH (IT) wendet. Deren Chef ist Mario Ohoven, auch Präsident des Verbandes mittelständischer Wirtschaft (BVMW). Nun muss die Vorinstanz, das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf, erneut über Schadenersatzansprüche eines Anlegers entscheiden.

Als Innenprovision werden Zahlungen des Initiators eines Anlageproduktes an die von ihm beauftragte Vertriebsfirma bezeichnet. Der Vertrieb kassiert dadurch von zwei Seiten - vom Anleger und vom Anbieter. "Offene Innenprovisionen sind in jedem Beteiligungsmodell enthalten. Das ist jeweils im Investitionsplan nachzulesen", sagt der Fondsanalyst Stefan Loipfinger. Die Provisionen sind Teil der Gesamtinvestition des Anlegers. Zusätzlich muss dieser gewöhnlich ein Aufgeld (Agio) auf das Eigenkapital zahlen.

Innen- und Außenprovisionen schaffen keinen Wert, der Rendite bringen könnte. Oft werden sie erst nach den Ausschüttungen mehrerer Jahre wieder erwirtschaftet.

Im vorliegenden Fall ging es um Vertriebsprospekte der Fonds Welse 1 und 2, in denen Beteiligungen an Einkaufszentren angepriesen wurden. Die Richter bestätigen Ohovens Firma lediglich, sie sei nicht unmittelbar für die Vertriebsprospekte verantwortlich. Das veranlasst den BVMW-Präsidenten zum prompten Konter: "Ansprüche aus Prospekthaftung gegen Investor und Treuhand bestehen nicht."

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