Präsident Kunio Nakamura geht: Chefwechsel bei Matsushita

Präsident Kunio Nakamura geht
Chefwechsel bei Matsushita

Nach knapp sechs Jahren an der Spitze von Matsushita gibt der 66-jährige Präsident Kunio Nakamura die operative Führung ab und wird Chairman. Nicht alle seine Ziele hat das Eigengewächs in dieser Zeit erreicht.

TOKIO. Nachfolger beim japanischen Elektronikkonzern wird Fumio Ohtsubo. Er führte bislang als Präsident der Panasonic AVC Networks Company die wichtigste Sparte Unterhaltungselektronik. Offiziell soll die Stabübergabe Ende Juni auf der Hauptversammlung erfolgen, teilte der Matsushita-Konzern mit, zu dem Marken wie Panasonic und Technics gehören.

„Wir wollen das Wachstum durch neue Technologien vorantreiben“, sagte Ohtsubo auf der Pressekonferenz, auf der er sich in Tokio der Öffentlichkeit vorstellte. Der 60-Jährige mit dem sorgfältig gescheitelten Haar übernimmt einen Konzern mit weltweit knapp 335 000 Beschäftigten und rund 63 Milliarden Euro Umsatz.

Vor drei Jahren noch kämpfte das Unternehmen mit Verlusten. Dann räumte Nakamura auf. Er strich Stellen und konzentrierte das Programm auf weniger Produkte. Im laufenden Jahr erwartet die Matsushita Electric Industrial Co. ein operatives Ergebnis von gut 2,8 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von knapp 930 Millionen Euro. Für die Kehrtwende sind die Plasmafernseher, Digitalkameras, DVD-Rekorder und MP3-Spieler aus Ohtsubos Bereich ein wichtiger Grund.

Ohtsubo, der beschwört, privat nicht ein einziges Elektronikprodukt zu besitzen, das nicht von seinem Ar-beitgeber stammt, fing gleich nach seinem Ingenieursstudium 1971 bei Matsushita an. Er arbeitete sich über Posten wie Werksleiter, Länderchef in Singapur und Direktor der Audio-Abteilung hoch und galt schon länger als aussichtsreichster Kandidat für die Konzernspitze.

Ein großer Strategiewandel ist nach dem Führungswechsel nicht zu erwarten. Zu seinen Aufgaben wird es gehören, den Konzern profitabler zu machen. Noch-Chef Nakamura musste sein Ziel verschieben, die operative Umsatzrendite auf fünf Prozent zu heben. Zwar gelang ihm dies im letzten Quartal, doch liegt Matsushita im laufenden Geschäftsjahr unter dieser Marke.

Zudem gelten das Handygeschäft und die verlustreiche Tochter Japan Victor (JVC), an der Matsushita die Mehrheit hält, als Sorgenkinder. Immer wieder wird über einen Verkauf der Beteiligung an JVC spekuliert. Der kleinere Konkurrent Mitsubishi Electric verkündete ebenfalls einen Chefwechsel. Auf Tamotsu Nomakuchi folgt der 60 Jahre alte Setsuhiro Shimomura. Er war bisher für das Geschäft mit Sicherheitssystemen und Aufzügen zuständig. Der Elektronikkonzern Hitachi tauscht ebenfalls in diesem Jahr den Chef aus. Die Wettbewerber Sony und Toshiba hatten bereits im vergangenen Jahr ihre Führungsspitzen neu besetzt.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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