Präventionsmanagement
Null Toleranz bei Korruption

Korruption kann Unternehmen nicht nur massive Imageschäden zufügen, sondern auch viel Geld kosten. Zeit umzudenken: Wie sich Unternehmen gegen betrügerische Mitarbeiter rüsten.

DÜSSELDORF. Eine 350-Quadratmeter-Wohnung in Berlin, Auto mit Chauffeur, Luxusreisen, und das alles letztlich bezahlt vom ahnungslosen Arbeitgeber: In der vorigen Woche schockierte ein krasser Fall von Wirtschaftskriminalität die Mitarbeiter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in Bonn. Ein Abteilungleiter hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft mindestens 2,6 Mill. Euro mit Hilfe von Scheinrechnungen aus seinem Budget abgezweigt. Die Behörden ermitteln wegen Betrugs.

Auch in der Region Bielefeld sind derzeit die Ermittler unterwegs: Mitarbeiter der Bertelsmann-Tochter Arvato sollen zwei Verpackungsunternehmen Aufträge zugeschanzt haben – gegen Schmiergelder in Höhe eines sechsstelligen Betrags. Drei Festnahmen wegen Korruptionsverdachts gab es bereits, mehrere Beschäftigte des Druckspezialisten Arvato wurden suspendiert.

Die beiden Fälle liefern nur einen kleinen Ausschnitt von Kriminalität in Unternehmen und Behörden. Fast die Hälfte aller Unternehmen ist in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität geworden, ermittelte die Prüfungsgesellschaft und Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers.

Zwar gibt es keinen stichhaltigen Belege dafür, dass Korruption in Unternehmen in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen ist. So zumindest schätzt Peter von Blomberg, stellvertretender Vorsitzender von Transparency Deutschland, einer Anti-Korruptions-Initiative, der Unternehmen wie Allianz und BASF angehören, die Lage ein. Doch werden heute mehr Fälle aufgedeckt als früher. Nach Ansicht von Blomberg liegt das auch an der höheren Sensibilität für das Thema zumindest in Großunternehmen.

„Die Erkenntnis wächst, dass Korruptionsbekämpfung und Prävention als Teil des Risikomanagements immer wichtiger wird“, sagt er. Das beobachtet auch Birgit Galley, Geschäftsführerin der Forensic Management GmbH und Direktorin des „Institute Risk & Fraud Management“ an der Steinbeis-Hochschule in Berlin (siehe „Kontrolleure drücken die Schulbank “). Vor allem jüngere Topmanager mit internationaler Erfahrung würden die Prävention vorantreiben.

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