Praktiker-Chef Wolfgang Werner
Der Mann mit der Kreissäge

Wolfgang Werner war schon fast weg vom Fenster. Dann zog er den Börsengang von Praktiker erfolgreich durch. Jetzt nimmt er Anlauf, um Obi vom Thron zu stoßen.

DÜSSELDORF. Wolfgang Werner strahlt sein Gegenüber an, deutet mit einer ausladenden Armbewegung über eine Reihe von Rasenmähern und verkündet im Brustton der Überzeugung: „Mehr als elf Modelle brauchen wir nicht.“

Die übrigen 25 elektrischen und benzingetriebenen Schneidegeräte, die Werners Baumarktkette Praktiker noch bis vor kurzem führte, hat der energiegeladene Vorstandschef aus dem Sortiment geworfen. „Die brauch’ niemand“, poltert der gebürtige Essener im unverblümten Ruhrpott-Slang. Dann eilt er zum nächsten Gang, wo er mit den Bohrmaschinen dasselbe angestellt hat.

Wolfgang Werner, 52, und seit 31 Jahren im Einzelhandelsgeschäft, macht gerne kurzen Prozess. Seit seinem Antritt an der Praktiker-Spitze Ende 2001 schloss er 45 Märkte, strich 200 Verwaltungsstellen und reduzierte das Angebot von 300 000 auf 72 000 Artikel. Wie mit der berühmten Kreissäge, die in Praktikers Plakat- und Radioreklame („20 Prozent auf alles“) zum Sinnbild der aggressiven Preisreduzierungen geworden ist, stutzte er die Kosten im Konzern.

Der kräftige, meist viel zu schnell sprechende Konzernchef schaffte damit, woran seine drei Vorgänger seit 1995 gescheitert waren: die Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

Auch in den vergangenen Tagen fackelte er nicht lange. Am Mittwoch letzter Woche überzeugte er den Aufsichtsrat davon, ein Angebot für den Konkurrenten Max Bahr abzugeben. Schon am Dienstagabend darauf hatte Werner sämtliche Mitbewerber aus dem Rennen geboxt.

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