Preisvergleich online
Statistiker bieten Verbraucherinfo zur Mehrwertsteuererhöhung

Das Statistische Bundesamt informiert die Verbraucher in Deutschland künftig im Internet regelmäßig über Preisentwicklungen vor und nach der Mehrwertsteuererhöhung.

HB BERLIN. Von sofort an können sich die Menschen im Internet ein Bild über Preise ausgewählter Waren und Dienstleistungen machen, wie die Statistiker am Mittwoch ankündigten. Der so genannte Preismonitor werde regelmäßig aktualisiert und bis Mitte 2007 unter » www.destatis.de/preismonitor veröffentlicht. Das Amt erklärte jedoch einschränkend: "Der Preismonitor gibt keinen Aufschluss darüber, ob eine Preiserhöhung bei einer Güterart tatsächlich auf die Mehrwertsteueranhebung zurückzuführen ist oder ob sie auf anderen Ursachen beruht." Die Preisstatistik könne aber dazu beitragen, die Debatte um die Mehrwertsteuererhöhung zu versachlichen. Die wichtigste Steuer auf den Verbrauch steigt ab Januar 2007 von 16 auf 19 Prozent.

Bei der Einführung des Euro-Bargelds 2002 war in der "Teuro-Debatte" heftig darüber gestritten worden, in wie weit die Umstellung zu Preiserhöhungen genutzt wurde und ob die amtliche Statistik dies erfasst.

Die Statistiker haben nun die Produkte zusammen mit der Verbraucherzentrale Bundesverband ausgewählt und beziehen die Preise immer auf den Monat Juni 2006. Mit Hilfe von Grafiken können Verbraucher sehen, um wie viel Prozent die Preise höher oder niedriger liegen als im Bezugsmonat. So kostete etwa ein Bier Anfang 2000 rund zehn Prozent weniger als im Juni 2006, ein Computerbildschirm jedoch etwa 170 Prozent mehr.

Die Preisstatistik beruhen dem Amt zufolge auf der monatlichen Erhebung bei 40 000 Geschäften und Dienstleistern aus 188 Gemeinden. Berücksichtigt werden dabei auch Veränderungen bei Menge oder Qualität. "Verringert zum Beispiel ein Anbieter die Verpackungsgröße eines Produktes bei gleich bleibendem Preis, so wird dies in der Preisstatistik als Preiserhöhung verbucht", hieß es.

Der Einzelhandelsverband HDE hatte bereits angekündigt, Einzelhändler würden wegen ihrer geringen Gewinnmarge versuchen, die Steuererhöhung so weit wie möglich an ihre Kunden weiterzureichen. Spekulationen, wonach die Branche ihre Preise im Vorgriff auf die höhere Steuer bereits im laufenden Jahr anheben könnte, hatte der Verband mit Verweis auf den harten Wettbewerb zurückgewiesen. Experten erwarten, dass Verbraucher Ausgaben vor allem für hochwertige und teure Produkte in dieses Jahr vorziehen, um die Steuererhöhung zu umgehen.

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