Premiere-Sky-Chef Winter
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Nur mit viel Verhandlungsgeschick wird Premiere-Sky-Chef Wolfram Winter Erfolg haben: Er zimmert eine neue Vermarktungsplattform.

DÜSSELDORF. Vom Fernsehunternehmer Georg Kofler war Wolfram Winter schon als junger Radioreporter in München begeistert. Bereits 1989, damals war der heutige Premiere-Vorstandsvorsitzende noch Chef des Privatsenders Pro Sieben, träumte Winter von einer Karriere als Assistent an seiner Seite. Sein damaliges Interview nutzte der Vermarktungskünstler Winter, um sich bei dem Südtiroler als Aktenträger zu empfehlen. Doch das akribische Bewerbungsschreiben an den damaligen Kirch-Zögling Kofler blieb unbeantwortet.

Fast zwei Dekaden nach dem ersten Gespräch kommen die beiden nun doch noch zusammen. Wolfram Winter, bis Ende des Jahres Deutschland-Chef des US-Medienriesen NBC Universal, wird Geschäftsführer von Premiere Sky. Diesmal warb Kofler um den gebürtigen Franken.

Denn Winter soll für seinen krisengeschüttelten Bezahlfernsehsender Premiere eine Vermarktungsplattform aufbauen, über die der Sender digitale Bezahlspartenprogramme anderer Anbieter vermarktet. So gibt es mittlerweile zwar von großen Privatsendern wie Pro Sieben Sat1 oder RTL eine ganze Reihe kostenpflichtiger Spezialprogramme. Doch eine reichweitenstarke Vermarktungsplattform fehlte bisher.

So haben Kofler und Winter gemeinsame Träume. "In fünf Jahren werden wir über diesen Weg eine Million neuer Kunden gewinnen", sagt Winter. Kofler wiederum sieht das Umsatzpotenzial für das neue Satellitenangebot ab 2010 bei bis zu 100 Mill. Euro im Jahr. Viel Geld bekommt Winter für sein Projekt dennoch nicht. Die Investitionskosten liegen im einstelligen Millionenbereich. Ob sich alle Fernsehsender auf die neue Plattform von Premiere einlassen, ist offen. Wie gut das gelingt, hängt sicherlich auch vom Verhandlungsgeschick des neuen Chefs ab. Doch vor allem ausländische Medienkonzerne wie Disney, Sony, Time Warner und NBC Universal sind an dem Projekt interessiert.

Der neue Job ist eine Herausforderung. Oder anders formuliert: eine Aufgabe ganz nach dem Geschmack des Fernsehmanagers. Denn Winter ist gerne TV-Pionier. Für den Medienriesen NBC Universal baute er über Jahre ein kleines Senderimperium auf. In vielen nächtlichen Telefonkonferenzen mit dem New Yorker Hauptquartier überzeugte der geschickte Verhandler seine Chefs sogar, einen frei empfangbaren Kanal wie "Das Vierte" zu gründen.

Doch der neue Hollywood-Kanal hat es schwer im überfüllten deutschen Fernsehmarkt. Zudem kämpft NBC Universal mit internen Problemen. Nach acht Jahren an der Spitze kehrte Winter daher dem Unternehmen den Rücken.

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