Prinz Alwaleed Bin Talal
Der arabische Warren Buffett

Der saudi-arabische Prinz Alwaleed Bin Talal ist bekannt für sein gutes Gespür. Er stieg bei scheinbar verlorenen Firmen ein und baute sie zu renditeträchtigen Weltkonzernen aus. Der Wüstensohn zeigt eiserne Disziplin, arbeitet hart, schätzt aber auch die luxuriösen Seiten seines Lebens.

DÜSSELDORF. Die Wand hinter seinem Schreibtisch illustriert die Reichweite seines Wirtschaftsimperiums: Hunderte von Logos klingender Marken, an denen er beteiligt ist, schmücken den Raum – von Apple über Citigroup bis HP und Walt Disney. Prinz Alwaleed Bin Talal Bin Abdullaziz al-Saud steuert vom Hauptquartier seiner Kingdom Holding in Riad ein Konglomerat, dessen Wert nach seinen eigenen Angaben bei rund 25 Mrd. Dollar liegt. Forbes setzt den saudi-arabischen Unternehmer in der Reichsten-Liste auf Platz 13.

Der 52-Jährige ist stolz auf seine Beziehungen zu einflussreichen Politikern wie US-Präsident George Bush oder erfolgreichen Unternehmern wie Bill Gates - was er in der Eingangshalle seiner Zentrale mit entsprechenden Fotos dokumentiert. Dabei ist er selbst Spross einer sehr prominenten Familie: Einer seiner Großväter hat das saudi-arabische Königreich gegründet, ein anderer war erster Premier im Libanon. Alwaleed wird ein besonders Gespühr für ertragsreiche Investitionen nachgesagt – amerikanische Medien bezeichnen ihn deshalb gerne als „Arabischen Warren Buffett“.

Als Paradebeispiel für seinen Instinkt gilt sein Einstieg bei Canary Wharf in den neunziger Jahren. Damals brauchte der Bürogebäudekomplex im ehemaligen Hafengebiet von London dringend Geld. Dem Prinzen wurde von Experten zwar abgeraten, sich bei Canary Wharf zu engagieren: Das Risiko sei zu hoch. Doch Alwaleeds Gefühl sagte ihm, dass er dabei viel Geld verdienen könne. Also machte er 72 Millionen Dollar locker und beteiligte sich am Konsortium, das Canary Wharf retten sollte. Er täuschte sich nicht. Im Jahre 2001 konnte er zwei Drittel seines Anteils für 178 Mill. Dollar verkaufen – mit einer Jahresrendite von knapp 50 Prozent.

Seither hat er das 1980 gegründete Imperium systematisch ausgebaut. Die Kingdom Holding Company (KHC) gehöre heute zu den weltweit größten und am stärksten diversifizierten Investmentgruppen, heißt es auf der Homepage. Wie bei Canary Wharf vorexerziert spürt Alwaleed unterbewertete Firmen auf, um sie auf Vordermann zu bringen. Das Gastgewerbe ist ein weiterer zentraler Pfeiler im Imperium des saudischen Unternehmers. Er verfügt über Anteile bei der Four Season-Gruppe, bei Fairmont und bei Mövenpick. Partner ist er zudem bei renommierten Hotels wie dem George V in Paris, dem Plaza in New York oder dem Savoy in London, wo er gerne absteigt. An der Wall Street gilt er als der größte nicht-amerikanische Investor. Seit 1991 habe er mit seinen Investitionen 20 Prozent pro Jahr verdient, rechnete Alwaleed kürzlich vor. Damit stellt er sogar die Performance von Profis wie Morgan Stanley in den Schatten.

Disziplin sei eine seiner Tugenden, meint ein Geschäftsfreund des saudischen Investors. Sein Arbeitstag umfasst 18 Stunden, zudem verbringt er zwei Stunden mit Fitnesstraining. Gesundheitsbewusst lässt er im Gepäck Kekse mit wenig Kohlehydraten und eine Flasche Diät-Ketchup mitführen.

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