Privat taucht er gern, beruflich geht er nicht unter: Unicredito-Chef Alessandro Profumo
Porträt: Allessandro Profumo - Nie ohne einen Plan B

Er hat ihnen die Show gestohlen. In dem Moment, in dem alle Scheinwerfer der italienischen Finanzwelt auf die ausländischen Übernahmeangebote für die Banca Nazionale del Lavoro (BNL) und die Banca Antonveneta strahlen, tritt Alessandro Profumo ins Rampenlicht.

MAILAND. Am Montag hat seine Bank Unicredito die Gespräche mit der deutschen Hypo-Vereinsbank (HVB) über eine mögliche Fusion bestätigt – und damit die seit Monaten schwelenden Gerüchte über eine mögliche Übernahme der HVB bestätigt.

Die große Bühne ist nichts Neues für Profumo. Als der gebürtige Genuese 1996 zum Chef der Bank erkoren wurde, war er mit 39 Jahren der jüngste Bankchef Italiens. Das garantiert Aufmerksamkeit.

Ebenso wie seine Erfolge: Er hat aus der schwerfälligen Unicredito, hervorgegangen aus der Geschäftsbank Credito Italiano und sechs regionalen Sparkassen, eine schlagkräftige internationale Bank gemacht. Klar trennte er die Zuständigkeiten nach Produktion und Vertrieb. Frühzeitig setzte er auf einheitliche EDV-Systeme und Prozessoptimierung. Und er teilte Unicredito in drei getrennte Institute für Privatkunden, Firmenkunden und die wohlhabende Klientel auf.

„Damit war er ein klarer Vorreiter unter den italienischen Banken“, erklärt Marco Opipari, Marktstratege der Rasbanca. Der Börsenwert hat sich seit Profumos Antritt mehr als verfünffacht. Vor zwei Jahren erhielt er die Auszeichnung „European Banker of the year“.

Der ehemalige Unternehmensberater hat vor allem das Auslandsgeschäft vorangetrieben, auch dass eine Novität in Italien, wo Banken sich zuvor gern auf dem Heimatmarkt beschränkten, gehegt und geschützt von der Politik. Früher als andere italienische Bankmanager hat er das Potenzial in Osteuropa erkannt. Heute ist Unicredito die größte Bankengruppe in Osteuropa.

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