Privatbank wurde 2001 zerschlagen
Ein Jahr Haft auf Bewährung für Ex-Bankier Schmidt

Das Landgericht Hof hat den früheren Bankier Karl Gerhard Schmidt am Mittwoch zu einer Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

HB HOF/SAALE. Das Gericht sah es nach zehnmonatiger Verhandlungsdauer als erwiesen an, dass sich Schmidt der schweren Untreue in einem Fall schuldig gemacht hat. Vom Vorwurf des Betrugs in 232 Fällen sprach das Gericht den früheren Inhaber der Schmidt Bank frei.

Der 72-Jährige muss zudem 250 000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen, wie der zuständige Richter in Hof sagte. Damit blieb das Gericht deutlich unter der Forderung der Ankläger. Der Banker soll die missliche Lage des Geldhauses lange mit Bilanztricks verschleiert haben. Gleichzeitig hat die Bank den Anklägern zufolge weiter Anteilsscheine des Hauses als solide Anlage angepriesen. Dabei soll Investoren ein Schaden von 2,5 Millionen Euro entstanden sein. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Schmidt hatte für den Rückkauf von eigenen Aktien einen Kredit von mehr als 30 Millionen Euro an eine Beteiligungsgesellschaft der Schmidt Bank ausgezahlt, obwohl dessen Rückzahlung unsicher gewesen sei. Dies wurde als Untreue eingestuft. Dagegen sah das Gericht es nicht als erwiesen an, dass der frühere Bankier noch im Herbst 2001 Aktien seiner Bank im Wert von 2,5 Millionen Euro als Altersvorsorge an Kleinanleger verkauft habe, obwohl er von der Schieflage der Bank wusste.

Ein Konsortium deutscher Großbanken hatte die Schmidt Bank im November 2001 mit einer Zahlung von mehr als einer Milliarde Euro vor dem Zusammenbruch gerettet. Die 1828 von Schmidts Ur-Urgroßvater gegründete Privatbank wurde in der Folge zerschlagen worden, rund 1 000 Mitarbeiter verloren ihren Job. Seit 2004 wird das Filialgeschäft von der Commerzbank unter eigenem Namen weitergeführt.

Schmidt will Rechtsmittel gegen Urteil prüfen

Karl Gerhard Schmidt wird möglicherweise Rechtsmittel gegen das Urteil des Landgerichts Hof einlegen. Er werde dies mit seinen Anwälten prüfen, sagte Schmidt in einer ersten Reaktion am Mittwoch. "Es ist untragbar, dass ich meine Bank geschädigt haben soll", sagte der frühere Chef der Schmidt Bank.

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