Problematische Finanzierung
Bernhard wird angeblich Chrylser-Kontrolleur

Der ehemalige Chrysler-Vize Wolfgang Bernhard wird laut eines Medienberichts künftig dem Aufsichtsrat des US-Autobauers vorstehen. Allerdings gibt es da eine Unsicherheit: Bernhards neuer Arbeitgeber, der Finanzinvestor Cerberus, muss die Übernahme der Daimler-Sparte erst mal finanziell stemmen. Und das gestaltet sich höchst schwierig.

HB/tor/mm/mwb BERLIN/NEW YORK. Bernhard werde nach dem Abschluss des Verkaufs von Chrysler an Cerberus die Rolle des Chairmans übernehmen, schrieb manager-magazin.de am Donnerstag ohne Angabe von Quellen. Der Daimler-Chrysler-Aufsichtsrat werde sich schon im Laufe des Donnerstags mit den letzten Fragen beschäftigen und dem Abschluss möglicherweise endgültig zustimmen.

Das Ja des Aufsichtsrats ist aber noch lange kein Garant für den Erfolg der Übernahme. Die Finanzierung des Geschäfts ist das Problem. Chrysler musste am Mittwoch nach Informationen von US-Medien ein Finanzierungspaket über 12 Mrd. Dollar zurückziehen, weil die begleitenden Banken keine Investoren für die Kredittranche finden konnten.

Das Chrysler-Konsortium unter Führung von JP Morgan und der Citigroup wird nun 10 Mrd. Dollar für die Übernahme durch Cerberus zunächst selbst finanzieren und später noch einmal versuchen, das Paket auf den Kreditmärkten unterzubringen. Die restlichen 2 Mrd. Dollar sollen der bisherige Chrysler-Eigentümer Daimler und Cerberus vorstrecken. Die komplexe Transaktion beinhaltet insgesamt eine Kreditaufnahme von 62 Mrd. Dollar.

Chrysler selbst benötigt eine Finanzspritze von 12 Mrd. Dollar. Eine weitere Tranche von 8 Mrd. Dollar soll die Finanztochter des US-Autobauers stützen. Dieses Paket ist bereits zum größten Teil an Investoren verkauft worden. Daimler-Chef Dieter Zetsche bekräftigte, dass der Verkauf von Chrysler wie geplant über die Bühne gehen werde. Das Finanzierungsrisiko liegt offenbar größtenteils bei den Banken, die sich verpflichtet haben, die Kredite bei Investoren unterzubringen.

Durch die anhaltende so genannte Subprime-Krise auf dem US-Hypothekenmarkt – viele Hauskäufer können derzeit ihre Schulden nicht zurückzahlen – ist den Anlegern auch auf anderen Märkten der Appetit auf riskante Investments vergangen. Bill Gross, Chef des weltgrößten Anleihefonds Pimco, bezeichnete den Markt für Firmenanleihen und -kredite als „eingefroren“. Es gehe nichts mehr. Mehr als 30 Kreditpakete für Firmenübernahmen mussten in den vergangenen Wochen wieder aufgeschnürt werden. Investmentbanker schätzen, dass sich das Volumen noch offener Übernahmefinanzierungen weltweit auf eine Summe von mindestens 200 Mrd. Dollar beläuft. Experten rechnen damit, dass die Banken deshalb zunächst keine größeren Buy-outs mehr finanzieren werden.

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