*Prof. Dr. Martin Schader ist Dekan der Fakultät für Betriebswirtschaftslehre der Universität Mannheim
Martin Schader: „Überlegungen setzen zu spät an"

Das Fundament für eine verantwortliche Wahrnehmung zukünftig zu tragender wirtschaftlicher, wie auch gesellschaftlicher Verantwortung sollte nach Ansicht von Prof. Martin Schader, Dekan der Fakultät für BWL der Uni Mannheim, schon während des Studiums gelegt werden.

Die Überlegungen zu einem hippokratischen Eid für Absolventen von Business Schools setzen meiner Ansicht nach zeitlich zu spät, nämlich erst am “Endprodukt” an. Das Fundament für eine verantwortliche Wahrnehmung zukünftig zu tragender wirtschaftlicher, wie auch gesellschaftlicher Verantwortung sollte aber schon während des Studiums gelegt werden.

Hier findet ein mehrere Jahre dauernder Prägungs- und Formungsprozess engagierter junger Menschen statt, der neben der fachlichen und wissenschaftlichen Ausbildung auch die Formung sozial verantwortlicher Charaktere zum Inhalt haben muss. Deshalb ist die Integration ethischer Gesichtspunkte in das Curriculum von entscheidender Bedeutung.

Dies kann in Form eines eigenen Veranstaltungsmoduls “Business Ethics” erfolgen, muss es aber nicht zwingend. So werden beispielsweise im Mannheimer Curriculum des Hauptstudiums im Rahmen der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre sowie der Volkswirtschaftslehre, die Auswirkungen einzelwirtschaftlichen Handelns in all seinen Facetten auch auf ihre gesellschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen hin untersucht und kritisch hinterfragt - und das nicht nur mit Blick auf kriminelle Handlungsweisen, sondern auch mit Blick auf die “Nebenwirkungen” neuer Strömungen in der Unternehmenswelt (bspw. Vorteile von Just-in-time Produktion vs. Abwälzung von Lagerhaltungskosten auf die Allgemeinheit).

Im Übrigen lässt sich moralisches Handeln durchaus auch wirtschaftlich rechtfertigen. Ich möchte hier nur auf die Veranstaltungsreihen unserer Partnerfakultät Graziadio School of Business Administration an der Pepperdine University in Malibu (im Bereich Business Ethics eine der ausgezeichnet ausgewiesenen Business Schools in den USA) verweisen, die zeigen, dass unethisches oder gar kriminelles Handeln von Unternehmen/Unternehmern mittelfristig in der überwiegenden Zahl der Fälle wesentlich unwirtschaftlicher ist, als die Beachtung sittlicher und rechtlicher Normen.

Die Fakultät für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim wird deshalb an ihrem bewährten Weg festhalten und mit Partnern wie Pepperdine ihr Lehrangebot durch Einrichtung von Gastprofessuren weiter internationalisieren und um sinnvolle Aspekte ergänzen. Plakative Aktionen sind hierzu von uns nicht zu erwarten.

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