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Die Wundertüte des Silicon Valley

Oracle-Chef Larry Ellison präsentiert die nächste Überraschung: Er gibt seinen Posten als Chairman auf.

FRANKFURT. In einer Zeit, da Unternehmen nur noch selten echte Überraschungen zu bieten haben, wirkt Larry Ellison wie die wandelnde Wundertüte des Silicon Valley: Man weiß nie, was rauskommt, wenn der Chef des Softwareherstellers Oracle den Mund aufmacht. In der Nacht zum Dienstag lieferte er die jüngste Sensation ab: Völlig unerwartet gab er seinen Rücktritt vom Posten des Chairman of the Board bekannt, künftig will er nur noch als CEO wirken. Neuer Chairman ist Finanzchef Jeff Henley.

Das Echo auf diese Meldung war gespalten. Zwar begrüßen viele Investoren und Analysten die Berufung von Henley, der seit zwölf Jahren in Oracles Diensten steht. Schließlich ist es vor allem ihm zu danken, dass die Zweifel an einer korrekten Buchführung beseitigt werden konnten, die in den 90er-Jahren die Runde machten. Doch einigen Investoren geht die Trennung der Posten des Chairman und des CEO nicht weit genug: Sie verweisen auf die Regularien des Sarbanes-Oxley-Act und hätten lieber jemanden an der Spitze des Boards gesehen, der nicht aus dem operativen Geschäft kommt.

Ellison geht wie schon so häufig in der Vergangenheit unverdrossen seinen eigenen Weg. Schon lange steht der drahtige Manager mit dem Drei-Tage-Bart und dem oft so düsteren Blick in der Kritik. Der Oracle-Mitgründer war bislang nicht nur Chairman und CEO, er ist mit gut 25 Prozent zudem noch einer der größten Aktionäre des Unternehmens.

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