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Ein Mann sieht Rot

Der neue Ferrari-Chef Amedeo Felisa will spritsparende Sportwagen bauen und künftig noch mehr Geld rund ums Auto verdienen. An diesem Wochenende aber hofft er auf einen Formel-1-Sieg seiner Fahrer.

MARANELLO. Amedeo Felisa lehnt sich in seinem Sessel zurück, das Knie an die Tischkante gestützt, streicht sich durch das angegraute, leicht schüttere Haar. „Und? Wie war die Testfahrt mit Schumacher?“ Er will von seiner Mitarbeiterin wissen, wie die neue Idee bei den Kunden ankommt, Fahrstunden mit Michael Schumacher anzubieten. Felisa will informiert sein, was in seinem Laden abgeht.

Sein Laden, das ist Ferrari. Seit März steuert der 62-Jährige die Luxustochter von Fiat, nachdem Jean Todt überraschend seinen Posten als Chef von Ferrari und des Formel-1-Teams aufgegeben hat. Damit hat Felisa das Sagen im operativen Geschäft von Ferrari. Über ihm steht nur noch Luca Cordero di Montezemolo, Präsident von Fiat und Ferrari.

Und was hat er vor? Er will Autos bauen, die weniger Sprit verbrauchen, das schon stolze Geschäftsergebnis noch verbessern und vor allem mehr Geld rund um die Sportwagen verdienen, auch mit neuen Souvenir-Shops. Er hofft auf sein Formel-1-Team, das am Wochenende im französischen Magny Cours startet.

Felisa ist ein leidenschaftlicher Fan von Autos und Motoren. Sein schwarz gehaltenes Büro schmücken feuerrote Auto-Modelle. An den Wänden hängen Bilder von Motoren und historische Zeichnungen von Ferraris. Aber er hat nichts von dem Macho-Glamour der Formel eins, das einem Flavio Briatore zu eigen ist. „Ich wollte schon als kleiner Junge Maschinenbau-Ingenieur werden und Autos bauen“, sagt er mit ruhiger, fast sanfter Stimme. Heute baut er bei Ferrari Maschinen, deren Röhren erwachsene Männer in Verzückung versetzen.

Das Interesse lässt ihn auch in der Freizeit nicht los. Sein Hobby? „Ich fahre Auto“, sagt er mit einem ironischen Grinsen über die wohl enttäuschende Antwort. Er darf sich bei Ferrari viele schicke Wagen ausleihen, um sich inspirieren zu lassen. Auch mal einen Porsche. Das ist auch gut für seinen Arbeitgeber. Denn: „Die besten Ideen kommen mir beim Fahren“, sagt er.

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