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Ein Monopolist ohne Neider

Andreas Beyer muss die Stirn schon mächtig in Falten legen, will er mit seinem bubenhaften Gesicht wenigstens annähernd so bedeutsam aussehen, wie man sich den Vorstandsvorsitzenden einer Bank gemeinhin vorstellt: Mit dem kurzen, dunklen Haar, den lustig funkelnden Augen, dem sanften Lächeln und dem zarten Schmelz seiner oberbayerischen Heimat, der seinen Tonfall tränkt, wirkt er eher wie ein Abiturient.

MÜNCHEN. Zu diesem Bild passt auch der dunkle Anzug, den er auf seinen leicht herabhängenden Schultern trägt und in dem er so steif aussieht, als habe er ihn an diesem Tag erstmals am Leib, in aller Eile gekauft, gerade noch rechtzeitig vor dem Abi-Abschlussball. Doch wer glaubt, dass Beyer einer ist, der noch vor dem Einstieg in sein Berufsleben steht und darüber nachdenkt, wie man richtig Karriere macht, der irrt: Über den jungenhaften Manager hat schon „Börse Online“ berichtet, die britische „Times“ und sogar „Business Week“. Die Blätter haben Beyer, 35, als einen Banker beschrieben, der in Deutschland als Erster Börsengänge ganz neu, weil virtuell über das Internet organisierte. Sie haben ihn deshalb respektvoll „einen Pionier der New Economy“ genannt, einen Vordenker mit immer neuen Ideen.

Er selbst sagt: „Anfangs haben viele Kunden gedacht: Was kommt denn da für ein junger Bursche daher. Der will Unternehmer sein, Banker noch dazu und unseren Börsengang durchziehen? Den nehmen wir doch gar nicht ernst“, erinnert er sich. „Doch nachdem wir beim Going-Public von Endemann, Metabox und vielen anderen einstigen Neuer-Markt-Unternehmen dabei waren, hat sich das geändert.“

Bei der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre ist sein Ruf sauber: „Über Beyers Unternehmen VEM sind uns nie Klagen bekannt geworden.“ Und bei der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz heißt es: „Während des Booms der New Economy haben virtuelle Emissionshäuser wie VEM eine besondere Rolle gespielt, weil die Kleinanleger bei den Zuteilungen alle gleich behandelt wurden“, erinnert sich ein Sprecher. Und fragt dann: „Was ist aus VEM eigentlich geworden?“

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