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Ein Streber für Zara

Er ist blutjung, versteht viel von Gesetzen und Zahlen – aber nichts von der Branche, in der er ab dieser Woche arbeitet. Und das macht Pablo Isla Alvarez de Tejera zum Symbol für den Wandel in der spanischen Privatwirtschaft. Denn bisher waren in den ersten Reihen vor allem ältere Herren anzutreffen.

MADRID. Die Jungen, egal ob Frauen oder Männer, mussten für wenig Geld viel schuften und brauchten lange bis sie oben auf der Karriereleiter ankamen – und das bevorzugt ohne Wechsel des Arbeitgebers.

Optisch allerdings passt sich Isla dem klassischen Bild eines Aufsteigers in Spanien an: Er ist unauffällig. Dunkles, krauses Haar, wenig modische Brille, makelloses Gesicht, seine Anzüge von zeitloser Eleganz – nur nicht auffallen.

Doch auffallen wird sein Jobwechsel. Geht er doch als Tabak-Manager zu Inditex, dem drittgrößten Textilhändler der Welt, dessen Tochter Zara derzeit eines der schnellst wachsenden Formate der Bekleidungsbranche ist.

Von Mode hat Isla jedoch überhaupt keine Ahnung. Der gelernte Staatsanwalt arbeitete bisher vor allem im Banken- und Tabaksektor. „Aber Alter und Branchenkenntnis spielen nicht so eine große Rolle. Wir haben vor allem jemand gesucht, für den Effizienz und Flexibilität genauso wichtig sind wie für uns und der auf internationalem Niveau gearbeitet hat“, heißt es aus Unternehmenskreisen.

Das passt wohl auf den 41-Jährigen, den böse Zungen Streber titulieren. Er selber sieht seinen Weg als „glückliche Fügung“ an. Nicht nur, dass er schon mit 36 Jahren zum Co-Präsidenten des spanisch-französischen Tabakkonzerns Altadis ernannt wurde, auch seine juristische Promotion, die er an der Madrider Complutense Universität fertig stellte, wurde mit sehr gut bewertet. Schon mit 34 Jahren war er Generalsekretär der Banco Popular, der drittgrößten Bank in Spanien.

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