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Kampf der Vulkane

Aventis-Chef Landau und Sanofi-Lenker Dehecq einen zwei Dinge: Körpergröße und überschäumendes Temperament.

PARIS. Unter Pariser Aktienhändlern gibt es ein beliebtes Spiel in der Kaffeeküche: Sie malen sich aus, was passierte, würde man Sanofi-Boss Jean-François Dehecq mit Aventis-Chef Igor Landau in einen Raum sperren. Die ausgemalten Szenarien sind meist blutig, das Ergebnis immer gleich: Nur einer kann lebend rauskommen.

Besonders beliebt ist das Spiel seit einem Jahr, als Dehecq in einem Interview andeutete, Großfusionen machten in der Pharmaindustrie keinen Sinn mehr – aber vielleicht werde man ja mal mit Aventis handelseinig

.

Seit Montag darf man nun gespannt sein, was in der Realität mit den beiden Pharma-Lenkern passiert, die vor allem zwei Dinge gemeinsam haben: ihre Körpergröße von rund zwei Metern und ihr Temperament. Die Zornesausbrüche der beiden sind legendär: Dehecqs Argumente in einer Aufsichtsratssitzung hatten schon einmal derartige Überzeugungskraft, dass eine Flasche Mineralwasser zu Bruch ging. Und von Landau sagen böse Zungen, wenn er richtig in Fahrt sei, betrete er Räume gerne durch die Wand, auch wenn die Tür nebenan offen stehe.

Erstaunlich für zwei Manager mit so reichlicher Erfahrung und so unterschiedlichen Lebensläufen. Landau stammt aus gutem Hause und studierte an den privaten Wirtschaftshochschulen HEC und Insead. Dann ging er zu McKinsey, bevor er im Pharmageschäft seine Chance witterte. 1975 stieg er beim Chemiekonzern Rhône-Poulenc als Pharma-Vize ein und motzte die Sparte mit vielen kleinen und wenigen größeren Zukäufen in 24 Jahren zum globalen Anbieter auf, der in der Lage war, den deutschen Traditionskonzern Hoechst aufzunehmen. Allerdings gelten besonders die größeren Akquisitionen als Flops: Vom britischen Zukauf Fisons ist im Konzern kaum mehr etwas übrig, der teure US-Erwerb Rorer geriet bei der Fusion mit den US-Mannschaften von Hoechst Marion Roussell unter die Räder.

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