Profil: Manfred Wittenstein
Ein Porsche-Fan für die VDMA-Spitze

Das Rennen um die Präsidentschaft im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ist eröffnet. Manfred Wittenstein hat seinen Hut in den Ring geworfen. Er ist keiner dieser schwäbischen Tüftler, wie sie für den Maschinenbau so typisch sind.

DÜSSELDORF. Eine Firmensprecherin der Wittenstein AG bestätigte am Donnerstag die Kandidatur. Der Unternehmer aus Igersheim bei Würzburg hat gute Chancen, denn als aktueller Vizepräsident des mittelständisch geprägten VDMA ist er geborener Kandidat.

Aber nicht der einzige. Der zweite Vizepräsident des VDMA, Thomas Lindner, geschäftsführender Gesellschafter des schwäbischen Nähnadelherstellers Groz-Beckert, hat sich noch nicht geäußert, ob er kandidieren wird, und wollte dazu auch gestern keine Stellung nehmen.

Der Verband der rund 5800 deutschen Maschinenbau-Unternehmen braucht demnächst einen neuen Präsidenten. Der derzeitige Präsident Dieter Brucklacher muss im Herbst abtreten, dann endet seine dreijährige Amtszeit. Eine Wiederwahl sieht die Satzung des Verbandes nicht vor. Am 27. Juni wird das vierköpfige Präsidium des Verbandes einen Kandidaten küren und der Mitgliederversammlung im Oktober in Hamburg zur Wahl empfehlen. Traditionell wird einer der beiden Vizepräsidenten gewählt, so war es auch bei Brucklacher der Fall. Doch es gibt auch Ausnahmen. Der VDMA ist ein heterogenes und kompliziertes Gebilde. „Kampfabstimmungen hat es allerdings noch nicht gegeben“, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse.

Manfred Wittenstein ist keiner dieser schwäbischen Tüftler, wie sie für den Maschinenbau so typisch sind. Er wurde im September 1942 in Berlin geboren und hat auch dort Wirtschaftsingenieur studiert. Seine Firma, die Wittenstein AG, ist allerdings wie zahlreiche deutsche Maschinenbauer in ihrer Nische weltweit erfolgreich. Mit speziellen Getrieben, die in Aufzügen, Robotern und neuerdings auch im Airbus A380 eingesetzt werden, erzielt das Unternehmen aus dem nördlichen Rand von Baden-Württemberg inzwischen knapp 150 Millionen Euro Umsatz und beschäftigt in sechs Tochtergesellschaften 1000 Personen.

Als Wittenstein 1979 seine Promotion abbrechen muss, weil die Familie ruft, fertigt die Fabrik des Vaters noch Nähmaschinen für die Herstellung von Damenhandschuhen. Wittenstein stellt das Familienunternehmen erfolgreich auf so genannte Planetengetriebe um, bei denen drei kleine Zahnräder ein größeres umkreisen wie Planeten einen Fixstern. Dafür hat das Unternehmen zahlreiche Auszeichnungen bekommen.

Den Abschied vom operativen Geschäft hat der Porsche-Fan und Kunstliebhaber Wittenstein bereits eingeleitet: Den Chefposten hat er an Karl-Heinz Schwarz übergeben, Wittenstein bleibt aber Mitglied im Vorstand. Dafür hat der Unternehmer mit dem markanten Kinnbärtchen mehr und mehr Ämter übernommen, vor allem in der Forschung. Das Amt als VDMA-Präsident könnte dann die Krönung werden.

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