Profil: Peter Geringhoff
Ein Strauss voller Ideen

Peter Geringhoff macht mit seiner Ladenkette Strauss Innovation mächtig Tempo im deutschen Einzelhandel. Bald geht er ins Ausland.

LANGENFELD. Welcher Konzernchef würde hier gerne arbeiten? In einem Büro, das er sich mit zwei Kollegen aus der Geschäftsführung teilen, mit ihnen Schreibtisch an Schreibtisch sitzen muss. Während sich der Chef in einer Ecke des Raumes mit dem Mann von der Zeitung unterhält, bearbeitet ein Geschäftsführerkollege am PC seine E-Mails.

Peter Geringhoff hat damit kein Problem. Das Großraum-Chef-Büro ist ganz nach seinem Geschmack. „Wir brauchen die direkte Kommunikation“, sagt der Mann, der ebenso schnell denkt wie er spricht. „So können wir sofort entscheiden.“

Der hagere 36-Jährige im blauweiß-gestreiften, offenen Hemd ist der Kopf hinter Strauss Innovation, einer der ungewöhnlichsten Einzelhandelsketten Deutschlands. Während der Umsatz vieler Unternehmen in der Branche stagniert, andere aufgeben oder sich in wilde Rabattaktionen flüchten, wächst das Unternehmen aus Langenfeld bei Düsseldorf – mit einer Mischung aus Bettwäsche, Kleidung, Kleinmöbel und Lebensmittel. In diesem Jahr soll der Umsatz von 262 auf 280 Millionen Euro steigen.

Gerade hat Geringhoff in Wolfsburg den 100. Laden eröffnet. Weitere zehn bis 15 Filialen sollen Jahr für Jahr hinzukommen, bald auch die ersten „im deutschsprachigen Ausland“. Mehr verrät er nicht. Gleichzeitig arbeitet er an einem Franchisekonzept, testet einen speziellen Ladentyp für Wohnungseinrichtung und, und, und.

Er hat viele Ideen. Das gehört zum Geschäftskonzept. „Alle zwei Wochen bringen wir 50 Prozent neue Ware in unsere Läden“, sagt der Mann, der zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt Anfang 2004 ein Interview gibt. Die Ware wird zu verschiedenen Themen zusammengefasst. Da gibt es zum Beispiel das Motto „Grand Hotel“ – mit silbernen Warmhalteglocken fürs Essen und dicken Frotteetüchern fürs Bad.

Geringhoff ist Verkäufer durch und durch. „Sehen Sie, ich trage selbst unsere Sachen“, sagt er und hebt seinen linken Fuß über die Tischkante, um den rahmengenähten Lederschuh von unten zu zeigen, den es ebenso bei Strauss gibt wie seinen Nadelstreifenanzug. Geringhoff lebt Strauss. Er macht in seinem Haus gerne mal Platz für Möbel aus den eigenen Läden, lässt Teakholzstühle für den Werbeprospekt in seinem Garten fotografieren und bringt Neues von seinen Reisen mit. Der Mann mit der etwas aufmüpfigen Kurzhaarfrisur und der unauffälligen Brille hat viel Drive von seinem Vater geerbt. Peter Geringhoff senior machte das inzwischen 104 Jahre alte Unternehmen groß.

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