Profil: Richard Burt
Agenten und Berater

Ex-Botschafter Richard Burt ist jetzt Consultant – und eröffnet ein Büro in Berlin

WASHINGTON. Der Blick könnte besser nicht sein. Von seinem Büro an der Pennsylvania Avenue sieht Richard Burt auf das Weiße Haus und auf den hellgrauen Obelisken des Washington Monument, das Wahrzeichen der US-Hauptstadt.

Es ist ein standesgemäßer Sitz für den Vorsitzenden von Diligence, einer weltweit operierenden Firma für Sicherheits- und Risikomanagement. An der Wand hängt ein Foto aus historisch bewegter Zeit, damals, als Burt noch US-Botschafter in Deutschland war. Es zeigt den amerikanischen Ex-Präsidenten Ronald Reagan am 12. Juni 1987 bei seiner berühmten Rede vor dem Brandenburger Tor. „Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer ein“, rief er, und die Worte jagten an jenem Tag rund um den Globus. Richard Burt sitzt in diesem Moment links von Reagan, weiter auf der anderen Seite ist der damalige Berliner Oberbürgermeister Eberhard Diepgen zu erkennen.

Nun führen Burt die Wege wieder nach Berlin. Ende Februar soll die neue Außenstelle von Diligence in der Bundeshauptstadt offiziell eröffnet werden. Der christdemokratische Europaparlamentsabgeordnete und frühere Daimler-Benz-Manager Kurt Lauk wurde gerade als deutscher Vertreter in das Beratungsgremium des US-Unternehmens berufen.

„Wir liefern unseren Kunden wichtige Daten über potenzielle Geschäftspartner, machen Due-Diligence-Berichte vor geplanten Firmenübernahmen und kümmern uns um die Wahrung der geistigen Eigentumsrechte“, erläutert Burt. Die exklusive Art der Informationsbeschaffung ist die Marktlücke von Diligence: Mehr als die Hälfte der rund 100 Mitarbeiter sind frühere Geheimdienstleute. Die Firma wurde im Jahr 2000 von ehemaligen Mitarbeitern der CIA und des britischen Gegenstücks MI 5 gegründet.

Die Berliner Filiale sei allerdings kein „James-Bond-Club“, unterstreicht Direktor Torsten Hinkelmann. Die vier Mitarbeiter kämen aus der Finanz- oder Anwaltssparte. Da sich die Deutschland-Vertretung jedoch auf die ehemalige Sowjetunion und Osteuropa spezialisiert, dürften Informationen aus dem Spionagemilieu unerlässlich sein. „Wir geben unseren deutschen Auftraggebern wichtige Tipps über mögliche Partner bei Joint Ventures: Dabei wird deren Seriosität ebenso geprüft wie mögliche Einflussnahmen aus der Regierung“, sagt Burt.

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