Profit mit Schadenersatzklagen
Ausgerutscht? Hingefallen? Das gibt Geld!

Geld für Unfälle" steht in großen Lettern auf den Werbetafeln in der New Yorker U-Bahn-Linie 1. "Hatten Sie einen Autounfall, haben Sie sich verbrannt, sind Sie ausgerutscht und gefallen oder Opfer eines ärztlichen Kunstfehlers? Dann rufen Sie uns an."

HB WASHINGTON. Eine kostenlose Nummer und der Hinweis auf die Homepage von Segal & Lax, eine New Yorker Kanzlei, die auf Personenschäden spezialisiert ist. Auf der Homepage geht es ähnlich weiter: "Rufen Sie uns an: 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, nachts und am Wochenende - kostenlos".

Die Kanzlei von Mark S. Segal und Emil Lax rühmt sich, Hunderte von Fällen bearbeitet und dabei zahlreiche positive Urteilssprüche erreicht zu haben: "Unsere Kanzlei hat erfolgreich Schmerzensgeld in Millionenhöhe für geschädigte Personen eingeklagt."

Eine 18-Jährige, die sich beim Sturz auf einer Treppe der New Yorker Verkehrsgesellschaft den Ellbogen brach, erhielt 1,4 Millionen Dollar. Einer anderen Frau wurden 450 000 Dollar zugesprochen, weil sie beim Kochen eingeschlafen war und danach die Küche in Flammen stand. Die Kanzlei machte erfolgreich die Rauchmelder verantwortlich, die nicht rechtzeitig auslösten.

Segal & Lax bewegen sich mit ihren Slogans an der Grenze des Legalen. Zwar dürfen in den USA schon seit 27 Jahren Anwälte für ihre Dienste werben, es ist ihnen aber weiterhin verboten, falsche oder irreführende Angaben zu machen. Auch sollte Anwaltswerbung keine übertriebenen Hoffnungen auf einen möglichen Prozessgewinn oder hohe Schadenersatzsummen machen. Doch längst nicht alle Anwälte halten sich an ihre Standesregeln. "Das ist wie mit den Geschwindigkeitsbeschränkungen", vergleicht Will Hornsby von der Anwältevereinigung American Bar Association. "Alle kennen sie, aber nur die Wenigsten halten sich daran. Genauso ist es mit der Werbung für Kanzleien: Zwar werden immer wieder Anwälte zur Ordnung gerufen, sie tun es aber trotzdem weiterhin. Der Verstoß gilt nur als geringfügig und wir haben einfach nicht die Mittel, jeden einzelnen Fall zu verfolgen."

Die Liste der Verfehlungen amerikanischer Juristen ist lang.

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