Promovierte Physikerin Dan Yang
Chinesin hat marode Pandatel im Griff

Die börsennotierte Pandatel AG gehörte einst zu den Profiteuren der großen Aktienblase am Neuen Markt Ende der neunziger Jahre. Nun hat eine junge Managerin aus China, die sich nach Firmengründung in Kanada im amerikanischen Silicon Valley mit ihrer Firma Dowslake Microsystems niederließ, den mittelständischen Kommunikationstechnik-Hersteller übernommen. Beide Unternehmen werden jetzt zusammengeführt.

HB HAMBURG. Wie viele der jungen High-Tech-Werte hatte der Hamburger Netzwerkausrüster beim Börsengang reichlich Millionen eingesammelt und sie dann über die Jahre verpulvert, um schließlich Ende 2005 kurz vor der Insolvenz zu stehen, mit bitteren Konsequenzen für Mitarbeiter und Anleger. Etwa 100 Beschäftigte, rund zwei Drittel, mussten gehen.

Für die promovierte Physikerin Dan Yang ist es das erste Engagement in Deutschland. Gewöhnungsbedürftig waren vor allem die starke Stellung des Betriebsrats, der auf die Ausarbeitung eines Sozialplans drang, und das komplizierte Arbeitsrecht. „Als ich in den USA erzählt habe, dass ich in ein Unternehmen in Deutschland investieren will, hat man mich für verrückt erklärt“, erzählt sie.

Eine große Hürde seien auch die kurzen Arbeits- und langen Urlaubszeiten und die vergleichsweise hohen Bezüge der Arbeiter, die weit weniger Unterschiede zum Ingenieurssalär aufwiesen als beispielsweise in den USA.

Yang will den kleinen Kern der Pandatel-Forschungs- und Entwicklungsbasis und den europäischen Vertrieb am künftigen Standort in Hannover erhalten. Für die Produktfertigung der Teile sieht sie in Deutschland keine Aussichten. „Das produzieren wir günstiger in China“, begründet sie die komplette Produktionsverlagerung, die zur Schließung des Hamburger Standortes führt. „Die Personalkosten sind in Hamburg um gut ein Zehn- bis Zwölffaches höher als in Schanghai.“

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