Proteste
Frauen kämpfen für eine moderne Türkei

Liberale protestieren gegen Erdogans Vision eines konservativen Islamstaats. Darunter zahlreiche Frauen. Sie haben viel zu verlieren: So sitzen in der Türkei doppelt so viele Frauen im Chefsessel von Top-Firmen wie in Deutschland.
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IstanbulEs ist ein erschreckendes Bild, das sich am Wochenende via Kurznachrichtendienst Twitter und sozialem Netzwerk Facebook verbreitete: Zu sehen ist eine türkische Frau, sie trägt ein rotes Kleid, vor ihr aufgebaut haben sich rund ein Dutzend dunkel uniformierte Polizisten mit Schlagstöcken und durchsichtigen Schutzschildern. Einer der Männer ist leicht in die Hocke gegangen. Er trägt eine Gasmaske und sprüht der Frau in dem roten Kleid eine Flüssigkeit ins Gesicht: Pfefferspray, heißt es in der Bildbeschreibung.

An den Protesten auf dem Taksim-Platz waren nicht nur Männer beteiligt, auch zahlreiche Frauen forderten den Rücktritt von Ministerpräsident Erdogan. Denn seine konservative Regierung will die Rechte der Frauen beschneiden. So fürchten sie etwa, dass die „Pille danach“ bald nur noch auf Rezept zu haben ist und Abtreibungen erschwert werden. Die Frauen auf dem Taksim-Platz kämpfen dafür, dass ihnen nicht das genommen wird, was sie sich über Jahrzehnte aufgebaut haben.

Die Proteste sind offenbar nachhaltig: Auch am Montag setzten die Demonstranten ihre Aktionen auf dem zentralen Taksim-Platz in Istanbul fort. Sie bauten Barrikaden auf den Zufahrtsstraßen auf, wie Augenzeugen berichteten. Die Börsen des Landes reagieren verunsichert: Der Istanbuler Aktienindex fiel am Montag um bis zu 8,1 Prozent auf ein Drei-Monats-Tief, türkische Anleihen und die Landeswährung Lira stehen unter Druck.

Die Türkei ist immer für Überraschungen gut, auch was die Stellung der Frau angeht: Dem renommierten World Economic Forum zufolge sind 12 Prozent der CEO-Posten der größten türkischen Unternehmen mit Frauen besetzt – bei den größten deutschen Unternehmen sind es laut der Erhebung mit 6 Prozent gerade einmal die Hälfte. Wenn man alle Vorstandsposten betrachtet, sinkt der Frauenanteil bei den DAX-30-Unternehmen im Jahr 2012 laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sogar auf 4 Prozent. Wie kann das sein?

Auf der Suche nach einer Antwort ist Semra Demirli eine gute Gesprächspartnerin. Die 53-Jährige ist in Istanbul geboren, verbrachte Kindheit, Jugend und die ersten Berufsjahre aber in Deutschland. Vor 25 Jahren kehrte sie zurück in die Türkei, um dort den Aufbau der türkischen Repräsentanz der Commerzbank zu übernehmen. Inzwischen ist sie Chefin der Repräsentanz mit sechs Mitarbeitern und die Commerzbank gehört in der Türkei zu den Marktführern im grenzüberschreitenden Kreditgeschäft. Demirli kennt beide Welten, sie hat die eine Hälfte ihres Lebens in der Türkei verbracht, die andere in Deutschland.

Ihr Büro ist im achten Stock eines Bankenhochhauses im Istanbuler Finanzdistrikt Levent. Um zu ihr zu gelangen, muss man durch zwei Sicherheitsschleusen, vorbei an fünf Wachleuten, an der Rezeption muss man seinen Personalausweis abgeben.

Demirli hat ein Büro, auf das wohl so mancher Chef in Deutschland neidisch wäre. Zwei riesige Fensterfronten, genug Platz für einen großen Schreibtisch und ein edles Ensemble aus drei Sofas aus schwarzem Leder. Sie trägt ein figurbetontes weißes Oberteil, glitzernde Ohrringe und eine auffällige Halskette. Hier in Istanbul tragen die Frauen in den Führungsetagen schon mal bunte Miniröcke, Netzstrumpfhosen und tiefe Ausschnitte. Ein völliger Kontrast zu den verhüllten Frauen in der Altstadt Istanbuls ein paar hundert Meter den Bosporus hinunter. Und auch ein Kontrast zu den Führungsfrauen aus Deutschland, die eher in grauen Hosenanzügen gekleidet sind als in Miniröcken.

Kommentare zu " Proteste: Frauen kämpfen für eine moderne Türkei"

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  • @ TSK

    Sie haben hier nun zum achten (!) Mal denselben beleidigenden Text gepostet.

    Das reicht doch jetzt. Ich glaube, alle Leser hier haben verstanden, was Sie damit sagen wollen: Die Zahl ihrer Argumente ist sehr begrenzt und Meinungsfreiheit ist dazu da, von Ihnen missbraucht zu werden. Immer wieder den gleichen unsachlichen Text posten ist so wie Gegner niederschreien und die eigene Meinung mit Gewalt durchdrücken.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wo sind wir nun - im 15. Jahrhundert oder am Ende des kranken Mann am Bospurus ? Sie drehen wie mir scheint, Ihre Erläuterungen zeitlich wie es Ihnen passt. Z. B. ist Lybien ein Stück altes Osamanenkolonialreich: Italien hat nach dem italienisch-türkischen Krieg (1911–1912) Libyen annektiert. Die Gründung des jetzigen Staates Türkei war doch erst 1925 nach Ende des osmanischen Reiches. Fakt ist, das ohne Atatürk die Kolonialstaaten England, Italien udn Russland die Gebiete aufgeteilt hätten - in Länder mit künstlichen Grenzen, die sicher den von Ihnen dem "Völkermord" anheimgeffallenen "Völkern" nur Trennung und Konflikte gebracht hätten. Warum rgen Sie sich über diesen Vorgang so auf ? Genozide darf man nicht gutheissen, aber die Aussage die Türkei sein ein illegaler Staat ist polemisch wie gesagt Quatsch !

    Ansonsten vielen Dank an die Gemeinde der Wikipedia-Autoren weltweit für die stetige Bereicherung meines Schmalspurwissens ! Über das ja trotzdem augenscheinlich viele verfügen, auch wenn sie ihre Informationen angeblich gar nicht von dort beziehen ...

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