Proträt: Jürg Zumtobel
Der Illuminator

Fast wäre beim weltgrößten Leuchtenhersteller Zumtobel das Licht ausgegangen. Aber Jürg Zumtobel hat das Familienunternehmen gerettet – mit einem Finanzinvestor.

DORNBIRN. Konzentrieren wir uns aufs Licht: Es ist hell, aber nicht gleißend. Im Laufe des Gesprächs nimmt es an Intensität zu. Säßen wir bis heute Abend hier, würde es wieder dunkler und sich wie ein Weichzeichner über das schmale Gesicht und die hohe Stirn von Jürg Zumtobel legen.

Kunstlicht, das den Tagesverlauf simuliert, ist eine Spezialität aus dem Hause Zumtobel. Das Unternehmen aus dem österreichischen Dornbirn ein paar Kilometer vom Bodensee entfernt, ist weltweit die Nummer eins in Sachen Beleuchtungstechnik und seit dieser Woche auch im österreichischen Leitindex ATX, was der Aktie am Mittwoch einen lang ersehnten Schub nach oben brachte.

Der freundliche Herr Zumtobel ist die Nummer eins im Aufsichtsrat, und nur seinem verbindlichen Lächeln zu vertrauen hieße, ihn zu unterschätzen. Der 70-Jährige hat gemeinsam mit seinem Bruder das ehemalige Familienunternehmen durch dick und dünn gebracht. Er stand am Dimmer und hat stets versucht, die Firma im besten Licht erstrahlen zu lassen.

Als er es allein nicht mehr schaffte, hat er nicht den Ausknopf gedrückt, sondern sich einen Finanzinvestor, den andere als Heuschrecke betiteln würden, und einen fremden Manager ins Haus geholt. Der eine ist ausgestiegen, mit dem anderen führt Zumtobel nun den Börsenneuling durchs derzeit unruhige Fahrwasser der Märkte. „Ich habe mich mein Leben lang daran gewöhnen können, nicht allein das Sagen zu haben“, stellt Zumtobel fest. Ungewöhnlich für einen Patron. Und ungewöhnlich für viele Familienunternehmer, bei denen Finanzinvestoren häufig für reichlich Konfliktstoff sorgen.

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