Prozess fortgesetzt
Mannesmann-Vorstand wusste nichts von Abfindung

Nach Aussage eines Zeugen war der Mannesmann-Vorstand insgesamt während der entscheidenden Phase der Übernahme des Konzerns durch Vodafone 1999/2000 nicht über die Millionen-Prämien an einzelne Vorstandsmitglieder informiert.

HB DÜSSELDORF. Im Prozess um die umstrittenen Abfindungen sagte der frühere Mannesmann-Vorstand Christian Peter Prinz zu Sayn-Wittgenstein am Donnerstag vor dem Düsseldorfer Landgericht, aus heutiger Sicht hätte er anders entschieden, wenn er über die Zahlungen informiert gewesen wäre. Der Vorstand hatte damals nach langem Abwehrkampf das Übernahmeangebot des britischen Mobilfunk-Konzerns akzeptiert.

"Der Vorstand hätte über die Esser-Prämie unterrichtet werden müssen", sagte Sayn-Wittgensein. "Wir gingen davon aus, dass es für keinen von uns einen Interessenkonflikt gab." Er hätte sich aus heutiger Sicht eine Meinung bilden müssen, ob die Zahlungen nicht zu einer Befangenheit der Empfänger geführt hätten. Wenn es um so viel Geld gehe, müsse man wissen, ob Vorstände befangen seien. Der Zeuge sagte weiter, er habe erst nach der Entscheidung zu Gunsten von Vodafone am 11. Februar 2000 aus der "Bild"-Zeitung von den Zahlungen erfahren.

Vor dem Düsseldorfer Landgericht müssen sich seit Anfang des Jahres sechs Ex-Manager und-Aufsichtsräte von Mannesmann, darunter der damaligen Firmenchef Klaus Esser sowie Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, wegen des Vorwurfs der schweren Untreue oder der Beihilfe verantworten. Mannesmann war im Jahr 2000 für über 180 Mrd. ? von Vodafone übernommen worden. Dabei flossen Abfindungen und Boni in Millionenhöhe.

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