Prozess gegen von Krockow, Oppenheim & Co.
Ex-Führung von Sal. Oppenheim drohen Haftstrafen

Drei Ex-Manager der Bank müssen um ihre Freiheit zittern: Die Staatsanwaltschaft forderte in einem Zwischenfazit des Sal.-Oppenheim-Prozesses langjährige Haftstrafen. Zwei Angeklagte kämen aber wohl glimpflich davon.
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DüsseldorfDen früheren Bankern der Privatbank Sal. Oppenheim droht das Gefängnis. Im Strafprozess gegen die Ex-Führungsriege des Geldhauses hat die Staatsanwaltschaft Köln sich am Mittwoch erstmals über ein Strafmaß geäußert. Einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers“ zufolge fordert die Anklage mehrjährige Gefängnisstrafen für die früher persönlich haftenden Gesellschaft.

Besonders hart würde es demnach Matthias Graf von Krockow treffen. Der ehemalige Gesellschafter der Bank und frühere Sprecher müsste nach Aussage der Staatsanwaltschaft für vier bis viereinhalb Jahre hinter Gitter. Sein Ex-Kollege Friedrich Carl Janssen muss mit dreieinhalb bis vier Jahren rechnen. Der Bankierssohn Christopher von Oppenheim, ebenfalls einst Gesellschafter, müsste nach derzeitigem Stand für drei bis dreieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Nur der Manager Dieter Pfundt und der Immobilienunternehmer Josef Esch könnten noch mit Bewährung davon kommen. Pfundt hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Strafe von 15 bis 21 Monaten zu erwarten, bei Esch wären es sechs bis zwölf Monate.

Die klare Ansage der Staatsanwaltschaft ist insofern bemerkenswert, weil in dem Verfahren bislang erst zwei von fünf Tatkomplexen behandelt wurden. Die Haftstrafen könnten nach der kompletten Beweisaufnahme und Zeugenbefragung also möglicherweise noch höher ausfallen. Bei den drei noch zu verhandelnden Themenkomplexen geht es um den Verstoß gegen das Kreditgesetz sowie zwei Immobilienprojekte in Köln. Die Staatsanwaltschaft will den Prozess mit ihrer Drohung offenbar abkürzen.

Die Anwälte wurden von dem Vorstoß der Staatsanwaltschaft überrumpelt. Zum „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte der Verteidiger von Christopher von Oppenheim, dass seinem Mandanten zuletzt eine Bewährungsstrafe von der Anklage in Aussicht gestellt worden sein. Dass die Staatsanwaltschaft nun von einer Verdoppelung der Strafe ausgehe, sei nicht nachvollziehbar.

Der Anwalt von Janssen hatte schon zuvor darauf hingewiesen, dass sein Mandant kein Interesse an einer Abkürzung des Prozesses habe.

Lisa Hegemann
Lisa Hegemann
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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