Prozesse
Drei Jahre Haft für BMW-Einkaufsleiter

München (dpa) ­ Der frühere Hauptabteilungsleiter Einkauf des Automobilkonzerns BMW ist vom Münchner Landgericht wegen Bestechlichkeit zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er hatte die Annahme von Schmiergeld gestanden.

München (dpa) ­ Der frühere Hauptabteilungsleiter Einkauf des Automobilkonzerns BMW ist vom Münchner Landgericht wegen Bestechlichkeit zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er hatte die Annahme von Schmiergeld gestanden.

Die Strafkammer hob den Haftbefehl gegen den 55-Jährigen auf, der dreizehn Monate in Untersuchungshaft gesessen hat. Bei ihm bestehe keine Fluchtgefahr, sagte der Vorsitzende. Das Urteil, das dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprach, ist bereits rechtskräftig.

Der Diplomingenieur habe von 2000 bis 2005 rund eine Million Euro Schmiergeld von fünf Zulieferern erhalten, die sich davon „Vorteile erhofften und überwiegend auch erhielten“, sagte der Vorsitzender Peter Noll in der Urteilsbegründung. Zwar sei der zuletzt mit 120 000 Euro brutto pro Jahr dotierte Manager selbst „nicht in einer sehr hohen Position“ bei BMW gewesen. Bei ihm seien aber insbesondere bei der Vorbereitung der Fahrzeugausstattung „die Fäden zusammen gelaufen“.

Seine 19-jährige Tätigkeit für den Konzern, davon 13 Jahre im Einkauf, habe ihm „tiefe Einblicke in den Entscheidungsprozess geliefert“, das habe ihn für die Zulieferer interessant gemacht. Diese müssten erhebliche Mittel für die Entwicklung von Konzepten aufwenden ohne die Gewissheit, auch nur ihre Kosten hereinzubekommen. Sie haben den Angeklagten laut Urteil für Informationen über die Mitbewerber und Ratschläge über mögliche Nachbesserungen bezahlt. Dies habe den Wettbewerb beeinträchtigt, der „das eigentliche Schutzgut des Bestechlichkeitsparagrafen ist“.

Zu Gunsten des Angeklagten sprach vor allem sein umfassendes Geständnis. Er habe Taten zugegeben, die noch nicht bekannt gewesen seien. Diese Kooperation mit der Staatsanwaltschaft hat zu Ermittlungsverfahren gegen 30 andere Verdächtige geführt, darunter zwei weitere BMW-Mitarbeiter. Seine Verfehlungen haben „den Angeklagten am meisten getroffen, er habe Arbeitsplatz und Vermögen verloren“, sagte der Richter. Der Familienvater musste sein Haus verkaufen, auf den überwiegenden Teil des Schmiergelds hat der Fiskus die Hand gelegt.

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