Public Relations
Wie sich Anwälte selbst vermarkten

Juristen treten ins Licht der Öffentlichkeit. Das wirkt sich positiv aufs Geschäft aus. Eine Handelsblatt-Studie zeigt jetzt: Die erfolgreichsten Kanzleien haben auch die professionellste PR. Mit welchen Methoden die Anwälte auf sich aufmerksam machen.

DÜSSELDORF. Die Anwälte haben es geschafft: Sie stehen heute in einer Phalanx mit Analysten und Unternehmensberatern, wenn Experten in der Presse den Lesern die Welt erklären. Wollte man als Journalist vor zehn Jahren einen Kommentar von einem Anwalt zu einem Ereignis in der Wirtschaft drucken, so glich dies fast einem Drama: Die Advokaten sorgten sich um die Wirkung jedes einzelnen Wortes, und etliche Abstimmungsprozesse endeten damit, dass der Redakteur entnervt aufgab und auf das Zitat freiwillig verzichtete. Wenn es überhaupt so weit kam: Viele Juristen waren nur schwer erreichbar und frei von Sendungsbewusstsein. Denn eigentlich wollten sie, wenn überhaupt, nur etwas öffentlich sagen, um ihren Fachkollegen zu imponieren.

Heute dagegen tun Anwälte gerne ihre Meinung kund – auch, wenn sie mit dem konkreten Fall nicht das Geringste zu tun haben. Mehr noch, sie sind es heute, die von Journalisten befragt werden, wenn es etwa um die Beurteilung einer Branchenentwicklung oder ökonomische Fragen geht.

Diese sogenannte Expertenmeinung ist unter den Anwälten die häufigste PR-Aktivität: 34 Prozent erscheinen mit ihrem Expertenwissen in der Presse. An Platz zwei mit 16 Prozent stehen Gastkommentare aus der Feder von Anwälten. Und an Platz drei mit 13 Prozent folgen Interviews zu konkreten Mandaten der Kanzleien – vor 15 Jahren wäre das aufgrund der Schweigepflicht noch undenkbar gewesen. Aled Griffths, Chefredakteur des Branchenblatts „Juve“ urteilt: „Heute dagegen ist die Nennung von Referenzmandaten der Ausweis schlechthin, um die Relevanz einer Kanzlei einzuordnen.“ Des weiteren ging es bei zwölf Prozent um Personalien der Sozietäten. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung der Medienanalyse-Agentur Landau Media, der PR-Agentur Faktenkontor und des Handelsblatts.

Die Untersuchung zeigt, welche Top-50-Wirtschaftskanzleien sich in den vergangenen zwölf Monaten durch erfolgreiche Pressearbeit hervorgetan haben. Grundlage sind die 20 wichtigsten deutschen Zeitungen und Magazine, darunter „Süddeutsche Zeitung“, „FAZ“, „Welt“, Handelsblatt, „Financial Times Deutschland“ „Zeit“, „Spiegel“, „Stern“, „Manager-Magazin“, „Wirtschaftswoche“ und „Capital“. Die Medienbeobachter erfassten redaktionelle Artikel, in denen ein Kanzleiname auftaucht, sowie Gastkommentare aus der Feder von Anwälten.

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