Purcell verlässt Investmentbank spätestens im kommenden März
Chef von Morgan Stanley verliert Machtkampf und tritt zurück

Die US-Investmentbank Morgan Stanley trennt sich nach einem monatelangen Machtkampf von ihrem Chef Philip Purcell.

tor NEW YORK. Der 61-jährige Spitzenmanager solle zwar noch so lange im Amt bleiben, bis die Bank einen Nachfolger gefunden hat. Spätestens zum nächsten Aktionärstreffen im März 2006 werde Purcell aber in den Ruhestand treten, teilte Morgan Stanley gestern mit. Damit endet der offene Aufstand in einem der größten und traditionsreichsten Investmenthäuser an der Wall Street.

Ausschlaggebend für Purcells Rücktritt war der Verlust wichtiger Investmentbanker seit Beginn der Führungskrise im März. In der vergangenen Woche hatten erneut neun Handelsspezialisten gekündigt und ihren Wechsel zum Konkurrenten Wachovia bekannt gegeben. Zuvor hatte die Bank bereits zehn Spitzenmanager verloren, darunter auch die Wall-Street-Legende Joseph Pedrell. Ausgelöst wurde die Führungskrise von acht ehemaligen Morgan-Stanley-Managern, die Purcell in einem offenen Brief zum Rücktritt aufgefordert hatten. Sie begründeten ihre Forderung vor allem mit dem autoritären Führungsstil Purcells und den schlechten Ergebnissen der Bank im Vergleich zu ihren Konkurrenten.

"Angesichts der persönlichen Attacken und der negativen Öffentlichkeit ist es für euch, unsere Kunden und unsere Aktionäre das Beste", begründete Purcell in einem Brief an die 50 000 Mitarbeiter seinen Rücktritt. Er bleibe dabei, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe unberechtigt seien. Die Aktie von Morgan Stanley reagierte mit einem kräftigen Kursgewinn auf den Führungswechsel. Selbst die Ankündigung, dass der Gewinn der Bank im zweiten Quartal zwischen 15 und 20 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen werde, änderte nichts an der positiven Reaktion der Börsianer.

Analysten vermuten, dass sich Morgan Stanley bei der Suche nach einem Nachfolger auf Kandidaten außerhalb der Bank konzentrieren wird. Der Führungswechsel nährte außerdem neue Spekulationen um eine Übernahme der Bank.

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