Qualität statt Masse
Falke macht sich auf die Strümpfe

Paul und Franz Falke-Peter denken immer nur an das eine: Moderne Bekleidung, insbesondere für die Beine. Seit sie 1990 die Führung des letzten bedeutenden Strumpfherstellers in deutscher Hand übernommen haben, schwärmen sie von weiblichen Fesseln, Waden und Oberschenkeln. Und sie schaudert es, wenn Männer ihre behaarten Beine unter dem Hosensaum zeigen.

DÜSSELDORF. Bei Falke dreht sich aber nicht erst seit 1990 alles um den Strumpf. Der letzte bedeutende Strumpfhersteller in deutscher Hand blickt auf 110 Jahre Firmengeschichte zurück. Inzwischen führt die vierte Generation der Falke-Familie das Traditionsunternehmen, das durch zahlreiche Übernahmen von Strumpf-, Garn- und Oberbekleidungsfirmen sowie die Ausrichtung auf modische und hochwertige Markenware die Höhen und Tiefen der Textil- und Bekleidungsbranche bislang erfolgreich überstanden hat.

Erfolg bedeutet in Schmallenberg auch Familie. Die beiden Väter der Cousins, Franz-Otto und Paul Falke senior, saßen sich 39 Jahre im Büro Auge in Auge am Schreibtisch gegenüber. Die Familienbande ging sogar noch weiter: Die beiden Brüder haben zwei Schwestern geheiratet. Die heutige Generation, Franz-Peter, Jahrgang 1951, der Sohn von Franz Falke, -Otto und Paul, geboren 1958, der Sohn von Paul Falke, haben getrennte Büros. Die Kommunikation gelingt trotzdem. Ob Herren-Socken oder Nylons für die Dame, mit ihren exklusiven Fuß- und Beinkleidern haben die studierten Betriebswirte es fertig gebracht, aus der Strumpfmarke Falke eine internationale Modemarke zu machen und sich vom Niedergang der Textilbranche in Deutschland abzukoppeln. Falke habe es geschafft, sich mit einem eher alltäglichen Produkt als starke Marke zu behaupten, meint Ulrich Eggert von der Kölner Unternehmensberatung BBE. Nischen, wie etwa im Sportbereich, habe Falke erfolgreich besetzt.

Der Strumpfmarkt ist ebenso überschaubar wie hart umkämpft. Von mehr als 150 Unternehmen in den 70er Jahren sind heute eine Hand voll übrig geblieben. Im Fachhandel wird der Markt dominiert von nationalen Marken wie Falke, Kunert (Marken Hudson und Burlington), Ergee und Elbeo, die aber bis auf Falke alle in ausländischer Hand sind. Billige Importware in den Regalen der Discounter sorgt bei den Markenherstellern zunehmend für Kopfzerbrechen. Gegen Tchibo und Lidl ist Falke bereits erfolgreich vor Gericht gezogen, um Patente auf Sport-Funktionssocken zu verteidigen.

"Höchste Qualität statt Masse" lautet unser Erfolgsgeheimnis", sagt Paul Falke. "Unser größtes Kapital war und ist die eigene Marke," sagt er. Markenführung sei heilig. Das ist und bleibt Familiensache - aber kein Grundgesetz. Jedes Unternehmen der Gruppe ob Falke Strümpfe oder Falke Fashion wird von einem ergebnisverantwortlichen Manager geführt, der nicht aus der Familie kommt. Entscheidungen im Küchenkabinett gehören längst der Vergangenheit an. Unternehmerisch werden die Cousins von einer "obersten Führungscrew" unterstützt, die aus drei Personen besteht, die für Marketing, Finanzen, Personal, Recht und Controlling zuständig sind. In den erweiterten Führungskreis rechnet Paul Falke auch die Geschäftsführer der einzelnen Unternehmen der Gruppe mit ein. Dieser Kreis verantwortet die Unternehmensplanung. "Höchstmögliche Freiheit ist Voraussetzung für die Unternehmensführung", sagt Paul Falke. Management nach Gutsherrenart gebe es bei Falke nicht.

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