Qualität und Zuverlässigkeit sind gefragt
Goldgruben in Osteuropa

Sein erstes Auslandsprojekt im Kosovo scheiterte, weil Fördergelder für das kriegsverwüstete Land zu langsam flossen. Seinen zweiten Versuch in Litauen vereitelte ein fehlender Kredit. Aber von Rückschlägen lässt sich Paul Glanz nicht beirren.
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HB DÜSSELDORF. Der Gründer eines Handwerksbetriebs für lüftungs- und klimatechnische Anlagen im sächsischen Geringswalde setzt weiter auf Expansion: "Wer in meiner Branche wachsen will", sagt Glanz, "muss ins Ausland gehen, der deutsche Markt ist gesättigt." Den dritten Anlauf unternimmt der Handwerker nun in Tschechien. In den kommenden Jahren will die Regierung zahlreiche Schulen und Krankenhäuser renovieren und mit neuer Lüftungs- und Klimatechnik ausstatten. EU-Fördergelder liegen dafür bereit. Paul Glanz will sich gemeinsam mit einem tschechischen Partner einen Teil dieser Aufträge sichern. Das Unternehmensporträt auf seiner Homepage gibt es deshalb auch in tschechischer Sprache.

Glanz zählt zu der kleinen Gruppe ostdeutscher Handwerker, die die Osterweiterung der Europäischen Union als Chance begreifen. Und das nicht nur wegen der kostengünstigen Arbeitskräfte: Ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 4,4 Prozent erwartet das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche in den mittel- und osteuropäischen EU-Staaten für dieses Jahr. In einzelnen Regionen haben Kaufkraft und öffentliche Investitionen so stark zugenommen, dass sich auch für deutsche Handwerker Marktlücken öffnen.

Ostdeutsche Handwerkskammern haben in Untersuchungen festgestellt, dass deutsche Betriebe in den mittel- und osteuropäischen EU-Ländern trotz ihrer höheren Kosten und Preise bei Auftraggebern beliebt sind. Das Geheimnis ihres Erfolgs: Sie behalten nicht bloß ihren Einzel-Job im Blick, sondern kümmern sich um den Fortgang ganzer Projekte. Statt Teildienstleistungen abzuliefern und standardisierte Massenware, denken sie mit.

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