Querdenker Heuskel hört auf
Neuer Chef für Boston Consulting

Christian Veith wird zum Jahresanfang neuer Chef der Boston Consulting Group (BCG) in Deutschland. Der 47-jährige Rheinländer folgt auf den Querdenker Dieter Heuskel, der den Spitzenjob bei der drittgrößten Unternehmensberatung in Deutschland nach neun Jahren aufgibt.

DÜSSELDORF. Der promovierte Jurist Veith kennt BCG bestens. Der im Düsseldorfer Vorort Büderich aufgewachsene Top-Berater steht bereits seit 1990 in den Diensten des weltweit tätigen Unternehmens. Er gilt als Bankenexperte. Mit der Übernahme des Chefsessels in Deutschland rückt Veith nun auch in das weltweite BCG-Führungsgremium auf.

Veith ist als Chef der Personalabteilung für mehr als 5 000 Berater und Mitarbeiter weltweit verantwortlich. Bereits zu Beginn der neunziger Jahre machte er sich für Führungskräfte internationalen Zuschnitts stark, die so genannten Euromanager. Veith sagte damals der „Wirtschaftswoche“: „Die Märkte entwickeln sich in rasantem Tempo von nationaler Eigensicht über eine internationale Ausrichtung hin zu multinationaler Integration. Der Euromanager ist nicht nur intellektuell, sondern von seiner Persönlichkeitsstruktur dieser Erfahrung voraus.“

Der verheiratete Vater von vier Kindern wird künftig noch weniger Zeit für seine Familie in Düsseldorf haben. Denn im Beratergeschäft wird mit harten Bandagen gekämpft. Veith gilt als enger Vertrauter des BCG-Weltchefs Hans-Paul Bürkner, der einen aggressiven Expansionskurs fährt. Derzeit attackiert BCG den Marktführer McKinsey. Vor allem im Finanzbereich hat BCG aufgeholt. Dazu hat auch Veith beigetragen, der beispielsweise für die Landesbank Baden-Württemberg zuständig ist. In Deutschland erzielte BCG mit 600 Beratern zuletzt einen Umsatz von 265 Millionen Euro. Weltweit belaufen sich die Erlöse auf 1,2 Milliarden Euro.

Es herrscht aber nicht überall Zufriedenheit mit den Leistungen von BCG. So überprüften die Berater in einer groß angelegten Aktion die Geschäftsstrategie beim Medienkonzern Bertelsmann. Das Ergebnis wurde teilweise als banal empfunden, wie ein Vorstandsmitglied berichtet. Im vergangenen Jahr hatte BCG dem Konkurrenten McKinsey den Kunden in Gütersloh abgejagt.

Umso mehr war Bertelsmann-Chef Gunter Thielen Anfang September überrascht, als er aus dem Handelsblatt erfahren musste, dass Heuskel den BCG-Chefsessel zum 1. Januar abgeben wird.

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