Raiffeisen-Chef Vincenz
„Die Leute haben Angst um ihr Geld“

Angesichts eines möglichen Austritts Griechenlands verlegen die Menschen ihr Geld in die Schweiz. Die Raiffeisen-Gruppe registriert erhebliche Zuflüsse. Für Sorgenfalten sorgt bei der Bank indes die US-Justiz.
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Wegen der neu aufflammenden Sorge um ein Auseinanderfallen der Euro-Zone bringen Sparer ihr Geld wieder verstärkt in die Schweiz. Das berichtet Pierin Vincenz, Chef der Schweizer Raiffeisen-Gruppe, auf dem 3. Bankengipfel von Euroforum. Auch in Sachen US-Steuerstreit machte der Banker seinen Ruf als „Mr. Klartext“ alle Ehre.

„Die neue Unsicherheit hat dazu geführt, dass vor allem unsere Filialen in den Grenzregionen verstärkt Bargeldzuflüsse registrieren“, sagte Vincenz in der Podiumsdiskussion mit Handelsblatt.com-Chefredakteur Oliver Stock. Zahlen zu Volumina wollte der Raiffeisen-Chef keine nennen, präzisierte aber: „Geld kommt vor allem aus Italien und Frankreich, auch aus Deutschland stellen wir Mittelzuflüsse fest.“

Vincenz betonte, dass es sich bei den Geldern nicht um Schwarzgeld handele. Die Leute hätten schlicht Angst um ihr Geld, und würden daher einen Teil der Ersparnisse in die Schweiz bringen. Ein kontinuierlicher Zustrom sei seit längerem zu beobachten gewesen, dieser habe sich aber in den vergangenen Wochen verstärkt, so Vincenz.

In der Schweiz gilt der Banker als jemand, der aus seiner Meinung auch keinen Hehl macht. Schlagzeilen hatte seine Raiffeisen-Gruppe im Februar gemacht, als sie Teile der Bank Wegelin übernommen hatte. Wegelin ist in den USA wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt. In Erwartung der Klage hatte Wegelin-Chef Konrad Hummler seine Bank in zwei Teile zerlegt: Das Geschäft außerhalb der USA hatte er in eine neue Gesellschaft übertragen, in Notenstein umgetauft und an Raiffeisen verkauft.

Damit bekam Vincenz das lang ersehnte Standbein in der privaten Vermögensverwaltung. Trotz Abfluss von Kundengeldern von rund fünf Prozent ist er mit seinem Erwerb zufrieden. Er habe eher höhere Abflüsse erwartet. Vincenz zeigte sich überzeugt, dass die Übernahme seine Raiffeisen-Gruppe nicht mit dem US-Steuerstreit infiziere. „Derzeit durchleuchten wir dazu mit der Aufsicht alle Kundenverbindungen“, erklärte er.

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US-Kunden fliegen raus

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