Ralf Dieter
Kratzfester Lack

Ralf Dieter hat den Dürr-Konzern saniert und trotzt bislang der Autokrise

STUTTGART. Ralf Dieters Leben ist eine Baustelle - derzeit. Aus seinem Fenster schaut der Vorstandschef von Dürr zum neuen, fast fertigen Porsche-Museum. Und geht der 47-Jährige über die Gebäudebrücke in den Paralleltrakt der Firmenzentrale in Zuffenhausen, dann sieht er, wie sich die Bagger von Porsche in das ehemalige Dürr-Firmengelände fressen. Porsche baut dort seine neue Lackieranlage. "Die ist natürlich von uns", sagt der Chef des Weltmarktführers bei Lackieranlagen.

Dieter und sein Unternehmen ziehen ab, und er freut sich darüber. Im vergangenen Jahr verkaufte er den überdimensionierten Firmensitz an den aufstrebenden Sportwagenbauer. Dürr zieht mit 1 400 Beschäftigten im Sommer 20 Kilometer weiter nach Bietigheim.

Aber nicht nur der Firmensitz wird neu. Dieter hat das Traditionsunternehmen, seit er vor drei Jahren Chef wurde, komplett überholt. "Wir haben viel aus unserer Krise gelernt, was uns jetzt nutzt", sagt Dieter. Während die Autozulieferer die Krise der Autobranche voll erwischt, geht es dem Anlagenbauer noch vergleichsweise gut. Nach drei Quartalen hat sich der Gewinn auf 17 Millionen Euro verdreifacht. "Bei uns brennt nichts", sagt er dem Handelsblatt. Die Auftragsbücher sind derzeit voll. Für 2008 erwartet Dürr ein Umsatzplus um zehn Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. 2009 rechnet das Unternehmen zwar nur noch mit einem gleichbleibenden Umsatz, aber mit steigendem Gewinn. "Wir sind verhalten optimistisch", sagt Dieter. Die vergleichsweise komfortable Situation verdankt er den harten Einschnitten der vergangenen Jahre.

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