Ralph Dommermuth regiert den Web-Konzern United Internet von einer Kleinstadt im Westerwald
Von Montabaur nach Milwaukee

United-Internet-Chef Ralph Dommermuth arbeitet gerne, weil die Firma sein Lebenswerk ist. Dommermuth vereint unter dem Dach seiner Holding nach T-Online die größten Internetmarken in Deutschland, neuerdings auch Web.de. Dabei ist Dommermuth auf dem Boden geblieben.

FRANKFURT/M. Marathon läuft United-Internet-Chef Ralph Dommermuth nicht. Und am Wochenende arbeitet er „nur noch in Ausnahmen“. Unumwunden gibt er sogar zu, dass er sich sonntagabends gerne von Polit-Talkshows à la Sabine Christiansen berieseln lässt und sich darüber freut, dass er „dort nicht sitzen muss“.

Dommermuth ist auf dem Boden geblieben – auch wenn er Besitzer einer dreißig Meter langen Segelyacht ist und einräumt, „eigentlich nicht mehr arbeiten zu müssen“: „Die Firma ist mein Lebenswerk und deshalb macht es mir auch Spaß, dort zu arbeiten.“ Aber niemand lebe ewig, und deshalb ist ihm eine „Balance aus Arbeit und gutem Leben“ wichtig.

Letzteres ermöglicht ihm seine „digitale Fabrik“, wie der Firmengründer seine United Internet zuweilen nennt. Der Konzern bietet vom Speicherplatz für Internetauftritte im Rechenzentrum über Online-Werbung, Shop-Systeme für E-Commerce bis hin zum Internetzugang alles, was mit dem Geschäft im Netz zu tun hat. Mit 1&1, GMX, Adlink, Schlund + Partner und neuerdings Web.de vereint Dommermuth nach T-Online die größten Internetmarken in Deutschland unter dem Dach seiner Holding. Doch am Mythos des Internetvisionärs will er erst gar nicht stricken: „Irgendwann lief unser Geschäft eben immer stärker auf das Internet hinaus“, erinnert er sich an die Mitte der 90er-Jahre .

Visionen über den Siegeszug des Internets haben beim Start weniger eine Rolle gespielt. Eher die Deutsche Telekom. Die stellte ihrem Marketingdienstleister 1&1 den Stuhl vor die Tür und gründete T-Online. Gestartet war 1&1 Ende der 80er-Jahre als reines Marketingunternehmen. „Messestände für Softwarefirmen und die Vermarktung für das Nischenprodukt BTX war unser Geschäft“, erzählt Dommermuth.

Doch nachdem die Zahl der BTX-Kunden eine Million überstiegen hatte, gründete die Telekom eben T-Online – „und wir waren draußen“, sagt Dommermuth trocken.

Aus heutiger Sicht ist er der Telekom sogar dankbar. Denn ohne Not hätte 1&1 wohl den Sprung hin zu eigener Technologie rund um Internetauftritte nicht gewagt. Doch Mitte der 90er wurde die Technik rund um das Internet rasant billiger.

Dommermuth kaufte die Karlsruher Schlund+Partner, ein Unternehmen mit damals 38 Mitarbeitern. Damit war die Struktur für den Internetkonzern gelegt, die heute noch Bestand hat: Technik in Karlsruhe, wo im Rechenzentrum von 1&1 die meisten deutschen Internetauftritte gespeichert sind. Vorstand, Finanzen und Marketing sind in Montabaur, dem Wohnort von Dommermuth beheimatet.

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