Ranking der besten Rechtsanwälte Deutschlands
Lieber Hausgemachtes als Gekauftes

Die Juristen von Jenoptik fackelten nicht lange: Als sie sich von ihrer Anwaltskanzlei wegen überhöhter Rechnungen über den Tisch gezogen fühlten, entzogen sie ihr kurzerhand das ganze Mandat. „Gebührenschneiderei“ warfen die Thüringer einer US-Kanzlei vor und setzten ihr den Stuhl vor die Tür.

Eine Ausnahme? Keineswegs, andere Unternehmen ärgern sich aus demselben Grund über ihre Wirtschaftskanzleien – sie sind nur meist nicht so konsequent wie Jenoptik.

Die Trend ist erschreckend: 71 Prozent der Unternehmen hier zu Lande hatten schon das Gefühl, dass ihre Anwälte zu viel abgerechnet hatten. Tendenz: Steigend. Vergangenes Jahr waren es noch 63 Prozent. Dies ergab die Handelsblatt-Rechtsanwaltsumfrage bei den 1 500 größten Unternehmen in Deutschland. Die Antwortquote lag bei stolzen 16 Prozent und ist damit für die Gruppe der Großunternehmen repräsentativ.

Ein süddeutscher Zweiradhersteller zum Beispiel warf den Juristen „Intransparenz bei den Stundensätzen“ vor. Die Methode: Keiner kann nachprüfen, wie gewissenhaft ein Anwalt seinen Stundenzettel ausfüllt oder ob er allzu großzügig aufrundet. Ob er auf der Fahrt, die er dem einen Mandanten stundenweise in Rechnung stellt, die Reisezeit zum Bearbeiten eines anderen Falls nutzt – und die ebenfalls abrechnet.

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Dreist ist es auch, kanzleiinterne Besprechungen mit den Kollegen dem Kunden anzulasten. Gerade angelsächsische Kanzleien stehen unter dem Verdacht, dass sie zu viele Anwälte auf einen Fall ansetzen und gleich beim ersten Termin mit vier Seniorpartnern – zu Seniorpartner-Tarifen – beim Unternehmen antreten. Wo ein Partner mit einem angestellten Anwalt völlig ausgereicht hätte.

Deshalb empfiehlt Ulrich Nießen, Chefjustitiar des Versicherungskonzerns Axa in Köln: „Striktes Kostencontrolling wird immer wichtiger – mit klaren Vorgaben, Meldepflichten beim Überschreiten von gesetzten Honorargrenzen, kurzen und zeitnahen Abrechnungsperioden und schließlich sorgfältige Rechnungskontrolle.“

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