Ranking der Kreativen: Ein langer Sprung in die Weltklasse

Ranking der Kreativen
Ein langer Sprung in die Weltklasse

Werbung aus Deutschland galt bisher als provinziell. Nun räumen gleich mehrere heimische Agenturen bei internationalen Awards überraschend ab. Ein möglicher Grund: Die Kinder des Privatfernsehens sind in den Kreativabteilungen angekommen.

DÜSSELDORF. Altbacken, langweilig, mutlos – Deutschland galt bislang im internationalen Vergleich nicht gerade als Werbehochburg. Dominante Werbestädte waren dagegen Metropolen wie New York, São Paulo, London und Amsterdam. Doch dies scheint sich zu ändern: Nach dem neuesten Won-Report, der das Abschneiden der Agenturen bei allen internationalen Werbefestivals vergleicht, ist die kreativste Werbeagentur der Welt die Hamburger Agentur Jung von Matt. Sie hat mehr Kreativpreise im vergangenen Jahr eingeheimst als irgendeine andere Kommunikationsagentur der Welt.

„Neben dem Erfolg für unsere Agentur freut uns ganz besonders, dass wir diesen Preis nach Deutschland holen konnten, ein Land, das jahrzehntelang als hinterste Werbeprovinz galt“, kommentierte Agenturchef Holger Jung die Meldung.

Doch nicht nur Jung von Matt setzt sich gegen die internationale Konkurrenz durch, auch andere deutsche Agenturen haben erfolgreich die Aufholjagd gestartet: So ist DDB Germany laut Won-Report die Nummer vier der weltweiten Top-Kreativschmieden und Scholz & Friends die Nummer fünf. Bei der Auswertung der erfolgreichsten Kreativchefs landete außerdem Amir Kassaei von DDB Germany auf Platz drei, gleich hinter zwei Top-Kreativen der viel gepriesenen US-Werbeagentur Crispin, Porter + Bogusky. Das Ranking „The Big Won 2007“, das auf dem Won-Report basiert, wertet alle Kreativpreise der Agenturen disziplinübergreifend aus.

Das glänzende Abschneiden der Deutschen überrascht selbst die ansonsten nicht gerade zurückhaltenden Werber. „Das hat uns irre gefreut – aber auch irre überrascht“, sagt Oliver Voss, Kreativvorstand von Jung von Matt. Deutschland sei in der Wahrnehmung der Kreativen doch immer so etwas wie ein „Entwicklungsland für Werbung“ gewesen. Auch Sebastian Turner, Vorstandschef von Scholz & Friends, räumt angesichts des außerordentlichen fünften Platzes seiner Agentur ein: „Ich bin geplättet.“

Für den Firmenchef ist klar: In den deutschen Werbeagenturen hat es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Stimmungsumschwung gegeben. „Wir haben heute die Fähigkeit, Weltklasse zu spielen“, sagt Turner. Ob dies tatsächlich auch gemacht werde, hänge allerdings von den jeweiligen Umständen ab – vom Kunden, vom Werbebudget und nicht zuletzt von einem bisschen Fortune. Das, so meint Turner, sei früher durchaus anders gewesen.

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