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Die beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands

Motivierte Arbeiter sind die besseren Arbeiter - über diese Binse herrscht Einigkeit. Aber gerade deutsche Unternehmenslenker tun sich oft schwer damit, die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter sicherzustellen. Das Great Place to Work Institute hat in seiner umfangreichen Studie herausgefunden, wer Deutschlands beste Arbeitgeber sind. Darunter sind einige Überraschungen.

BERLIN. Die Wahl des Arbeitgebers funktioniert nach ähnlichem Muster wie die Partnerwahl. "Den heißen Urlaubsflirt heiraten die Wenigsten, sie suchen eine verlässliche Beziehung, die im Alltag standhält - gerade in schlechten Zeiten", sagt Personalexperte Frank Hauser, Geschäftsführer des Great Place to Work Institute Deutschland. Seine Erfahrung: Selbst wenn sie bei Studienabgängern regelmäßig ganz oben auf der Liste der Wunscharbeitgeber stehen - Unternehmen mit Glamour-Faktor erweisen sich allzu oft für Mitarbeiter als "Goldener Käfig", in dem Freiräume fürs Arbeiten fehlen.

Die Techniker Krankenkasse (TK) beweist, dass Unternehmen, denen gemeinhin wenig Sex-Appeal zugesprochen wird, durchaus Top-Arbeitgeber sein können. Die TK ist in diesem Jahr "Deutschlands Bester Arbeitgeber" in der Kategorie Großunternehmen über 5 000 Mitarbeiter. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz zeichnete am Donnerstag Abend im Berliner Ritz Carlton insgesamt 100 Unternehmen mit diesem Gütesiegel aus. Das Handelsblatt berichtet exklusiv als Medienpartner.

Die TK verwies damit namhafte Konkurrenten wie den Software-Konzern SAP und Telefónica O2 auf die Plätze. Hauser, der die Firmen evaluierte: "Die TK ist weder hipp noch cool, aber in den Augen vonMitarbeitern wie Kunden eine solide Instanz und zugleich erfolgreich." Die Beschäftigten, die anonym befragt wurden, schätzen vor allem die offene Kommunikation, die Klarheit der Führung und ihren sicheren Arbeitsplatz. Auf interne Weiterbildung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie legt die TK viel Wert. Die systematische Personalarbeit ist kein Zufall - war doch Techniker-Vorstandschef Norbert Klusen lange Personalvorstand in der Industrie.

Als Klusen 1993 antrat, stand er vor der schwierigen Aufgabe, aus der Krankenkasse ein Wirtschaftsunternehmen zu formen. "Solch ein Kulturwandel dauert Jahre und erfordert viel Fingerspitzengefühl." Vor einigen Jahren mussten sich 6 000 Mitarbeiter versetzen lassen. "Eine echte Belastungsprobe für uns Arbeitgeber", so Klusen. "Nur zufriedene Mitarbeiter schaffen zufriedene Kunden." Für Klusen muss ein guter Arbeitgeber fair mit den Mitarbeitern umgehen - und vor allem verlässlich sein. "In schlechten Zeiten die Personalförderung zurückzuschrauben, wäre ein großer Fehler."

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