RCD Mallorca
Was Utz Claassen mit Ballermann-Touristen vorhat

Utz Claassen macht derzeit sein Hobby zum Beruf: Der streitbare Ex-Chef von EnBW und Solar Millennium hat viel Geld in den Fußball-Club RCD Mallorca gesteckt. Jetzt hat Claassen gesagt, wie er den Verein zur Nummer drei in Spanien machen will. Deutsche Touristen sollen’s bringen.
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DüsseldorfUtz Classen ist für spektakuläre Ideen sehr viel mehr bekannt als für Standhaftigkeit: Ganze 74 Tage war er als Vorstandschef bei Solar Millennium im Amt. Da dauert die juristische Aufarbeitung des unrühmlichen Endes dieser Episode schon sehr viel länger.

Claassen hat aber längst eine neue Beschäftigung gefunden. Der 47-Jährige ist beim spanischen Fußballerstligisten RCD Mallorca eingestiegen. Und der Manager hat große Pläne: Es gäbe außer London in Europa keinen Standort, der besser dafür prädestiniert sei, eine neue große Fußballmarke aufzubauen als Mallorca. „Wir wollen Mallorca nach Möglichkeit zur dritten Kraft im spanischen Fußball machen“, sagte Claassen dem Online-Portal der Wirtschaftswoche.

Claassen war lange Vorstandschef des Energieversorgers EnBW, seine Millionbezüge sorgten für heftige Diskussionen. Im Herbst hat er ein Paket von Aktienanteilen des RCD Mallorca erworben – und wer investiert schon einen Teil seines Vermögens in den spanischen Fußball, wenn er sich nicht viel davon verspricht.

Jetzt hat Claassen vor großem Publikum seine Pläne konkretisiert. Auf einem Sponsoring-Kongress legte er laut Teilnehmern einen „beeindruckenden Auftritt“ hin. Der Manager erklärte, wie er das heimische Stadion dauerhaft ausverkauft bekommen will: Das könne gelingen, wenn zwei Prozent der jährlich zehn Millionen Touristen der Insel kämen.

Veit Wolff, Sportmarketing-Experte bei dem Beratungsunternehmen Sport + Markt hält das Vorhaben für realistisch: „Das Ziel von zwei Prozent ist erreichbar. Allerdings nur dann, wenn der Verein gezielte Kampagnen unternimmt.“ Grundsätzlich liege Mallorca in bester Lage, um potentielle ausländische Zuschauer anzusprechen.

Claassen will das Interesse von Deutschen, aber im Zweifel auch von britischen oder holländischen Fans, durch Spieler aus dem jeweiligen Länd fördern. Fachmann Wolff kann da nur zustimmen: „Im Hinblick auf die Touristen wäre es ideal, einen Sympathieträger aus dem jeweiligen Land zu verpflichten.“

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  • Schaut mal alle nach Stuttgart. Hier kann man gerade besichtigen, was die württembergische Wirtschaftselite in Vorstandschaft und Aufsichtsrat aus einem Traditionsverein machen kann! Grüsse nach Mallorca.

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