Reaktion auf die Führungskrise
Deka Immobilien bekommt neuen Chef

Als Reaktion auf ihre Führungskrise hat die Deka-Tochter Deka Immobilien Investment Johannes Haug zum neuen stellvertretenden Geschäftsführer ernannt.

HB FRANKFURT. Der 46-Jährige, der bisher den Marktbereich International verantwortet hat, trete seinen neuen Posten mit sofortiger Wirkung an und werde künftig das Auslandsgeschäft leiten, teilte die DekaBank, der Fondsdienstleister der Sparkassengruppe, am Dienstag mit. Fritz Oelrich, der den Stellvertreterposten als Interimslösung ausgeübt hatte, werde wieder Vorsitzender des Aufsichtsrates der krisengeschüttelten Deka-Tochter. Eine Sprecherin der DekaBank ergänzte, die Geschäftsführung der Tochter solle in den nächsten Wochen weiter aufgestockt werden, auf mindestens eine zusätzliche Führungskraft.

Mitte Oktober musste die dreiköpfige Geschäftsführung der Deka Immobilien Investment um Ex-Chef Willi Alda zurücktreten. Damit hatte die DekaBank die Konsequenzen aus ihren Problemen mit dem auf Deutschland ausgerichteten offenen Immobilienfonds gezogen, bei dem die Anleger seit Jahresbeginn Gelder in Milliardenhöhe abgezogen haben. Die Geschäftsleitung hatte konkrete Erkenntnisse zu niedrigeren Immobilienwerten nicht an den Aufsichtsrat oder den Deka-Vorstand weitergegeben. Zum neuen Chef der Deka Immobilien Investment war Rainer Mach gekürt worden, der vorher geschäftsführendes Verwaltungsratsmitglied der DekaBank in Luxemburg war.

Der ihn nun unterstützende Haug ist seit März 1999 bei der Deka Immobilien und war am Aufbau des Immobilienportfolios in Großbritannien und den USA maßgeblich beteiligt. Zudem arbeitete er am Markteintritt der Deka in Australien, Japan und Südkorea.

Hauptaufgabe der neuen Geschäftsführung wird es sein, das verloren gegangene Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Früheren Angaben zufolge soll die Geschäftsführung einen Maßnahmenkatalog erarbeiten, mit dem der auf Deutschland ausgerichtete Fonds transparenter und die Investmentprozesse effizienter werden. Denn die Probleme der DekaBank sind noch immer nicht ausgestanden. Im Oktober musste das Institut beim Immobilienfonds erneut hohe Abflüsse hinnehmen - 646 Mill. €.

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