Rechteverletzer riskieren teures Eigentor
Markenparasiten wollen WM nutzen

Rund eineinhalb Jahre vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland ist der Kampf um die Vermarktung in vollem Gange. Die Fifa als offizieller Träger der Marketing- und Lizenzrechte hat mittlerweile eine Task Force eingesetzt, um das unberechtigte Bewerben von Produkten in Verbindung mit der Fußball-WM zu unterbinden.

HB DÜSSELDORF. Für Unternehmen, die sich nicht an die Spielregeln halten, kann Unkenntnis über die rechtliche Situation oder ihr Ignorieren deshalb schnell zum teuren Eigentor werden, warnen Experten. "Rechteverletzer müssen mit Abmahnung und einstweiliger Verfügung rechnen. Da können schnell 3 000 bis 10 000 Euro an gerichtlichen und außergerichtlichen Kosten entstehen", sagte Karl Hamacher, Sportrechtsexperte der Anwaltskanzlei Linklaters Oppenhoff & Rädler, dem Handelsblatt. "Außerdem müssen sie mit einem Imageschaden als so genannte ,Ambusher? rechnen."

Ambusher, oder auch Markenparasiten - die Fifa geht mittlerweile gegen hunderte von ihnen vor, meist außergerichtlich. Es geht um viel Geld. Denn wer mit der WM wirbt, hofft auf den Zuspruch von Millionen Fußballfans. Im Visier der Firmen sind das Fifa-Emblem, der WM-Pokal, das Maskottchen Goleo oder Produktaufdrucke mit dem Sportereignis - all das verspricht bessere Absatzchancen.

Doch die Fifa hat den gewerbliche Gebrauch der Marken juristisch streng reglementiert. Kein Wunder: Nach Angaben von Gregor Lentze, Geschäftsführer der Fifa Marketing & TV Deutschland GmbH, kostet die WM die Fifa und den DFB rund 900 Mill. Euro. Und die sollen durch den Kartenverkauf und das "Dealen" mit den Verwertungsrechten wieder hereingeholt werden - etwa durch Sponsoring oder den Verkauf von Lizenzen. "Wir verkaufen Exklusivität", sagt Lentze. "Und deshalb müssen wir unsere Partner und uns schützen".

Die Fifa hat deshalb auf ihrer Homepage eigens Richtlinien aufgestellt. Danach dürfen nur offizielle Partner und nationale Sponsoren - wie die Deutsche Bahn, Obi oder Oddset - ihre Waren oder Dienstleistungen mit der WM in Verbindung bringen oder erhalten Exklusiv-Marketingrechte. Andere Unternehmen müssen Lizenzen erwerben, um mit den Marken versehene Merchandising-Produkte zu verkaufen. So ist Bertelsmann exklusiver Lizenzpartner für Zeitschriften, Bücher und Kalender geworden. Die Karstadt-Quelle-Gruppe wird die offiziellen Verkaufsshops betreiben und Panini verkauft Sammelsticker und Stickeralben. "Werbeparasitismus", so die Fifa, werde man dagegen "mit angemessenen Schritten bekämpfen".

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